Kleve: Klinik muss Wert des Armbands ersetzen

Kleve: Klinik muss Wert des Armbands ersetzen

Gericht entschied für Patient, der nach Krankenhausaufenthalt Schmuckstück nicht zurück erhielt.

Am Ende ging es nur noch darum, welcher Betrag für das verloren gegangene Schmuckstück erstattet werden muss: Marcel Godschalk (75) hatte die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft, zu der auch das St. Antonius Hospital Kleve gehört, verklagt, weil er nach einer Operation in dem Klever Krankenhaus sein Goldarmband nicht zurückerhalten hatte. Die Entscheidung des Gerichts ist gefallen. Für den 75-Jährigen war das Verfahren ein Erfolg.

"Zunächst wurde deutlich, dass die Klinik ihrer Aufgabe nicht nachgekommen war, das Schmuckstück aufzubewahren und dafür Sorge zu tragen, es meinem Mandanten wieder ordnungsgemäß zu übergeben", sagte Anwalt Karsten Herfort von der Kanzlei Arden & Voss, der den Kläger in diesem Rechtsstreit vertritt. In dem Urteil wird dargestellt, dass die Krankenhaus Trägergesellschaft dafür verantwortlich sei, dass der Patienten bei seiner Entlassung sein Goldarmband auch wieder zurück bekommt.

"Die Ärztin hatte zugegeben, meinem Mandanten das Armband abgenommen zu haben, um es in eine Schale zu legen. Ab da war für mich der Teil geklärt, in dem es um die Schuldfrage ging", sagt Herfort. Die Beweislast dafür, dass das Schmuckstück wieder ausgehändigt wurde, läge ab da bei der Beklagten, so der Jurist. Für die Rückgabe hätte es jedoch keine Beweise gegeben. In einem zweiten strittigen Punkt ging es dann um den Wert des Goldarmbands. Die Kosten für die Wiederbeschaffung des Schmuckstücks wurde von Marcel Godschalk mit 4950 Euro angegeben. Die Gegenseite wollte lediglich den Materialwert in Höhe von 1750 Euro zahlen. Mehr als ein Gutachter ermittelten den Wert des Schmuckstücks. So kam der Sachverständige, den das Gericht bestellt hatte, sogar zu dem Ergebnis, das Armband habe einen Wert von 6000 Euro. Godschalk blieb jedoch bei den von ihm geforderten 4950 Euro. Den vollen Betrag sprach die Richterin dem 75-Jährigen auch zu. Abzüglich der Mehrwertsteuer, die erst dann erstattet wird, wenn Godschalk sich das Stück neu zulegt. So lag der Betrag, denn das Krankenhaus erstatten muss, bei knapp über 4000 Euro.

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Für Marcel Godschalk geht damit ein zähes Verfahren zu Ende. "Es wurde langsam Zeit. Mir ging es auch darum, dass ich mich nicht abspeisen lassen wollte", sagt er. So seien ihm, nachdem er den Verlust angezeigt habe, 1000 Euro aus Kulanz angeboten worden.

Der Niederländer legte viel Wert auf das Armband, da seine Frau sich ein ähnliches gekauft hatte. "Meine Frau ist verstorben. Ich bin jetzt 75 Jahre alt. Ich werde mir jetzt kein neues mehr kaufen", sagt er.

(jan)