1. NRW
  2. Städte
  3. Jüchen

Jüchen: Weitere Urnenstelen für Jüchen

Jüchen : Weitere Urnenstelen für Jüchen

Die Beerdigungskultur wandelt sich: Immer mehr Jüchener wählen die Bestattung ihrer Angehörigen in pflegeleichten Urnenstelen. Sechs neue wurden nun auf den Friedhöfen in Gierath und Bedburdyck aufgebaut.

In der Nachbarstadt Grevenbroich wird über Urnenstelen auf Friedhöfen noch nachgedacht, die Gemeinde Jüchen ist da bereits einen großen Schritt weiter: Die Nachfrage nach der besonderen Bestattungsform boomt. Ein großer Vorteil: Das Urnengrab in der Stele braucht kaum Pflege — Bepflanzungen und Gießen entfallen.

Anfang 2010 waren auf dem Friedhof in Garzweiler die ersten drei Säulen mit jeweils vier Kammern — in jeder ist Platz für zwei Urnen — aufgestellt worden. Die waren schon bald belegt, weitere Stelen in Jüchen und Hochneukirch folgten. Nun rückten Arbeiter auf den Friedhöfen in Gierath und Bedburdyck an, um je drei rotbraune Betonstelen mit Verkieselung aufzustellen — eine Stele kostet rund 3000 Euro. Beim Bestatter standen bereits sechs Urnen zur Beisetzung in Bedburdyck bereit.

Im Rathaus liegen außerdem schon 15 Vormerkungen von Interessenten vor. "Die Nachfrage ist seit zwei Jahren stetig hoch", weiß Technischer Beigeordneter Oswald Duda. "Für Angehörige hat die Stele den Vorteil, dass der Pflegeaufwand sehr niedrig ist. Das schätzen beispielsweise Ältere oder auch Menschen, die außerhalb wohnen", so Duda. An den Stelen seien Vasen und Kerzenhalter angebracht. "Die Angehörigen haben die Möglichkeit, eine Blume hineinzustellen und eine Kerze anzuzünden."

Die Nachfrage nach Stelen geht einher mit dem seit Jahren nicht nur in Jüchen anhaltenden Trend zur Urnen-Bestattung: "2003 hatten wir noch 135 Sarg- und 49 Urnenbestattungen. 2011 waren es bereits 92 Urnenbeisetzungen gegenüber nur 77 Sargbestattungen", erklärt Duda. Die Gebühren dürften übrigens nicht der Grund für die große Nachfrage nach Stelen sein: Ein Urnenwahlgrab kostet 889 Euro, eine Stelen-Kammer mit 961 Euro nicht viel mehr.

Übrigens kann auch die Gemeinde von der zunehmenden Zahl von Stelen profitieren. "Wir nehmen mehr Bestattungen auf gleichem Raum vor, haben weniger Aufwand", so Duda. Die Gemeinde denkt bereits an die Zukunft — auch für den Fall, dass der Trend anhält: "Wir haben einen Arbeitskreis gegründet, der den Flächenbedarf auf den sechs gemeindeeigenen Friedhöfen prüft und Vorschläge erarbeitet, ob Teilflächen künftig umgewidmet und beispielsweise als ökologische Ausgleichsflächen oder als Park genutzt werden können", sagt Duda. Ziel sei es, die Friedhofsgebühren möglichst konstant zu alten. Von 2011 zu 2012 seien diese um durchschnittlich drei bis vier Prozent gestiegen.

(RP/rl)