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Jüchen: Im Garten von Schloss Dyck

Jüchen : Im Garten von Schloss Dyck

Ein barockes Wasserschloss, ein englischer Landschaftsgarten, das Dycker Feld mit zahlreichen "grünen Zimmern" und moderner Kunst: gleich vier Gründe, um Schloss Dyck zu besuchen. Ein Tag reicht kaum, um alles zu erleben.

Alte schattige Alleen, mächtige Mammutbäume, weite Wiesen, farbenprächtige Rhododendren — nur einige Gründe, warum der Park von Schloss Dyck einen besonderen Zauber aufweist. Hier können Gartenfreunde sicher sein: Sie wandeln auf den Spuren von Fürst Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck.

Zauberhaft: Die Brücke zur Orangerie im Gegenlicht. Foto: Stiftung Dyck

Der Hausherr, selbst begeisterter Botaniker, ließ ab 1794 die Idee eines englischen Landschaftsgartens umsetzen. Bei der Verwirklichung halfen ihm bereits bekannte Gartenarchitekten wie Thomas Blaikie oder Maximilian Weyhe. Wer heute über die runzlige Rinde eines mächtigen Baumes streicht: Vielleicht tat genau dies der fürstliche Botaniker auch, während er durch seinen Garten wandelte — vor mehr als 200 Jahren.

Farbenfroh: Auf verschlungenen Wegen bieten sich dem Parkbesucher immer neue Blickachsen. Foto: Stiftung Schloss Dyck

Fürst sammelte seltene Pflanzen

"Vorhandene Pflanzen pflegen und Neues behutsam integrieren", so beschreibt Anja Spanjer, Sprecherin der Stiftung Schloss Dyck, die aktuelle Arbeit am Park rund um das Wasserschloss. Das Gelände hat sich seit der Zeit von Fürst Joseph verändert. Eine bedeutende Zäsur: die dezentrale Landesgartenschau 2002. Damals wurden sowohl direkt am geschichtsträchtigen Park als auch im gegenüberliegenden "Dycker Feld" neue Gärten angelegt. "Die Themengärten sollen Anregungen für Hobbygärtner bieten; zudem laden sie Spaziergänger zum Verweilen ein", weiß Anja Spanjer. Titel wie "Garten des freundlichen Nachbarn" oder "Bett im Kornfeld" wecken nicht nur die Neugier, sondern zeigen auch eindrucksvoll, wie unterschiedlich "grüne Zimmer" sein können.

Falls 53 Hektar englischer Garten und rund 25 Hektar moderne Gärten im Dycker Feld nicht reichen: Schloss Dyck gilt als Geheimtipp für Kunstinteressierte. In einigen der barocken Räume ist Kunst der Gegenwart zu entdecken — die "Sammlung Rheingold" mit wechselnden Exponaten aus Malerei, Skulptur, Fotografie und Video. Seit zehn Jahren besteht die "Sammlung Rheingold"; seit fünf Jahren ist sie regelmäßig auf Schloss Dyck zu sehen. Speziell für die aktuelle Präsentation "Orchesterwechsel" (bis Sonntag, 28. Oktober) haben zwölf Künstler Werke für die Ausstellungsräume im Schloss Dyck geschaffen.

Die Stiftung Schloss Dyck hat zudem ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm organisiert: Publikumsmagnete sind etwa das bekannte Motorfestival "Classic Days", die Licht- und Klanginszenierung "Illumina", das Familienfest oder thematische Märkte wie "Gartenlust", "Schlossherbst" oder "Schlossweihnacht".

Speziell die jüngsten Besucher locken das Labyrinth und der Wasserspielplatz oder Aktionen wie das "Grüne Klassenzimmer" für Schulklassen. Und Schloss Dyck wäre kein echtes Schloss, hätte es nicht auch eine zauberhafte Atmosphäre — etwa beim Kindergeburtstag im Stil von Harry Potter.

(RP/rl)