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Hilden: Rote Kunst ist ein Geheimtipp in Hilden

Hilden : Rote Kunst ist ein Geheimtipp in Hilden

Wie viele Künstler hat auch Ingrid Gutzschebauch ihre eigene Handschrift. Sie betreibt eine eigene Galerie.

Dass Rot die Lieblingsfarbe von Ingrid Gutzschebauch ist, erkennt jeder, ohne auch nur einen Blick auf eines der Kunstwerke geworfen zu haben: Der Brillenrand ist rot, die Haare sind rötlich getönt. Ein Blick in die hellen, warm ausgeleuchteten Galerieräume bestätigt: ohne Rot geht fast gar nichts, erst recht nicht die Kunst. "Es ist manchmal so, dass ich ein Bild mit völlig anderen Farben starte und mich selbst dabei ertappe, dass ich letztlich Rot dazu wähle, völlig unbewusst", erzählt die Künstlerin und setzt sich - auf einen roten Stuhl.

Trotzdem muss der Betrachter der Ausstellung keinen Farbflash befürchten. Denn die Vielseitigkeit der 68-Jährigen ist beeindruckend: minimalistische gemalte bunte Hundeköpfe, ein rotes Holzbrett mit Nägeln gespickt, das fotorealistische Stillleben, das Kiwis zeigt - die Hildenerin, die auch Mitglied im Verein Haus der Hildener Künstler (H6) ist, lässt sich kaum in eine stilistische Schublade stecken. "Angefangen habe ich in den 1970er Jahren mit Tuschezeichnungen. Später bin ich zur realistischen Malerei gekommen und habe zehn Jahre lang bei dem arabischen Künstler Ghazi Al - Delaimi Unterricht genommen, der leider 2009 verstorben ist", beschreibt die studierte Chemikerin ihren Werdegang.

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Danach folgte die Lehrphase der abstrakten Kunst. Wofür aber schlägt das (rote) Künstlerherz mehr? "Ich liebe beides", antwortet Ingrid Gutzschbauch lächelnd, "und ich möchte auch grundsätzlich weiter dazu lernen, man kann immer noch besser werden".

Um dieses Ziel zu erreichen, legt die erfahrene Ausstellerin enorme Disziplin an den Tag. "Dienstags und donnerstags nachmittags habe ich meine festen Arbeitszeiten. Da bin ich grundsätzlich hier in meiner Galerie und male, meistens in Etappen." Derzeit steht eine große, angefangene Leinwand auf der Staffelei - rote Flamencoröcke sind schon zu erkennen. "Die Inspiration dazu habe ich von unserem Andalusienurlaub im Herbst mitgebracht." Überhaupt reist die Malerin sehr gerne, gemeinsam mit ihrem Mann, der Steuerberater ist. Daneben hat sie viel Freude mit ihren beiden 20 Monate alten Zwillingsenkeltöchtern Sarah und Thea, verbringt regelmäßig Zeit mit ihnen, unterstützt so ihre 39-jährige Tochter, die von ihrer kreativen Mutter in höchsten Tönen schwärmt. "Sie überrascht einfach immer wieder aufs Neue, mit dem was sie macht. Und sie nimmt das, was sie macht, auch sehr ernst. Das heißt, wenn sie einen Galerietermin hat, hat das auch absolut Vorrang vor anderen Terminen. Außer vor Notfällen natürlich." Vielleicht werden die beiden Enkelinnen ja irgendwann in Omas kreative Fußstapfen treten

Jetzt erst einmal malt Ingrid Gutzschebauch weiter, in ihrer ganz eigenen, ungeheueren Vielseitigkeit. Und manchmal, nur manchmal, entstehen sogar Kunstwerke, die kein Rot enthalten. Eine Serie über Bodenschichten in Erdtönen, eine Skyline ganz in Blau: Liebhaber und Käufer der Leinwände gibt es.

(dani)