Haan: Naturschützern fehlt Geld vom Land

Haan : Naturschützern fehlt Geld vom Land

Die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (AGNU) Haan erhält für 2015 keine Fördermittel. Die Mitglieder suchen nach einer Lösung für das Problem.

Wenn Naturschützer bisher in ihrer Freizeit Naturschutzgebiete pflegten und damit letztlich auch Aufgaben der Unteren Landschaftsbehörde erfüllten, gab es eine kleine Entschädigung aus dem Landes-Topf "Fördergelder Naturschutz". "Die FÖNA-Gelder des Landes NRW sind für dieses Jahr nicht verlängert worden. Es sind aber auch andere Naturschutzverbände im Kreis Mettmann davon betroffen und wir werden eine Lösung finden", erklärte Markus Rotzal vom Vorstand bei der Jahresversammlung des Zusammenschlusses. Vor inzwischen 30 Jahren taten sich vor Ort die Aktiven des Bundes für Umwelt und Naturschutz, des Rheinisch-Bergischen Naturschutzvereins und des Deutschen Bundes für Vogelschutz zusammen.

Mit den Fördermitteln wurden Jugendliche finanziell entschädigt, die bei Arbeitsterminen mitgeholfen haben. Im vergangenen Jahr war das eine Summe von 6300 Euro, die jetzt wegfällt. Ohne die Gelder leidet der Naturschutz, weil die Natur nicht gepflegt und erhalten werden kann. Mögliche Lösungsansätze für das Problem gibt es schon: "Wir könnten bei unseren Einsätzen Materialkosten, wie Motorsägenketten, erstattet bekommen oder unseren Verein als landschaftlichen Betrieb aufziehen. EU-Mittel könnten beantragt werden", so Rotzal. Der aktuelle Kassenstand liegt bei rund 5000 Euro. Der Verein spart in diesem Jahr die Druck- und Versandkosten für die Mitgliederzeitschrift "Der Kiebitz", die nach Jahrzehnten aus Kostengründen eingestellt wurde. "Es ist sehr schade, dass die Zeitschrift nicht mehr produziert werden kann. Wir werden das Projekt aber über unsere Webseite weiterführen", sagt AGNU-Vorstandsvorsitzender Sven Kübler.

2014 war die AGNU Haan an rund 30 Einsätzen beteiligt, darunter unter anderem die Pflegemaßnahme am Waldgrundstück Osterholz, wo Bereiche mit eng gewachsenen Fichten ausgedünnt wurden. Im Gewerbegebiet Sinterstraße hat der Gruitener Landschaftswächter Hans-Joachim Friebe einen Fall von Umweltverschmutzung aufgedeckt: "Ich habe vor Kurzem 14 Pakete eines Anzeigenblattes herausgefischt. Es kann nicht sein, dass sich die Leute auf die wöchentliche Zeitung freuen und dann keine bekommen, weil jemand diese achtlos in der Natur wegwirft." An der gleichen Stelle hat Friebe außerdem einen Grabmal-Engel gefunden: "Darum werde ich mich jetzt kümmern, denn vermutlich liegt da ein Fall von Grabschändung vor", so der engagierte Gruitener.

Begeistert schauten sich die 24 AGNU-Mitglieder im Haus an der Kirche eine Diaschau mit Fotos von Kranichen an. Die neue Fotogruppe des Vereins hat die Bilder bei einer Exkursion in der Diepholzer Moorniederung zwischen Bremen und Hannover geschossen.

(RP)
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