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Haan: Kreisverkehr Flurstraße: Kosten verdoppelt

Haan : Kreisverkehr Flurstraße: Kosten verdoppelt

Die Endabrechnung steht noch aus. Doch ein Überschlag zeigt: Die Kosten für den Kreisverkehr sind deutlich höher als ursprünglich geplant. Das geht zu Lasten des Steuerzahlers.

Daniela Hitzemann, Sprecherin des Kreises Mettmann, atmet deutlich hörbar aus. "Das macht uns auch nicht unbedingt froh, wenn solch eine Nachricht kommt", sagt sie. Diese "Nachricht" hat Konsequenzen für den Steuerzahler: Der Umbau des Kreisverkehrs Flurstraße in Haan ist deutlich teurer als ursprünglich geplant. Nach Angaben des Kreises sollten es anfangs rund 500 000 Euro sein. Jetzt haben sich die Kosten offenbar verdoppelt: Laut Hitzemann sind es nun rund eine Million Euro, die aus Steuergeldern bezahlt werden. Eine Endabrechnung steht noch aus. Die Stadt Haan will sie voraussichtlich im kommenden Monat an den Kreis Mettmann übersenden.

Was ist passiert? Die Kreuzung Flurstraße/Ginsterweg wurde zu einem Kreisverkehr umgebaut. Die Flurstraße ist eine Kreisstraße (K 16). Die Bauarbeiten erledigte die Stadt Haan im Auftrag des Kreises.

Warum kam es zu der Kostensteigerung? "Das sollte die Stadt Haan beantworten. Die wollte den Kreisverkehr gerne haben", sagt Kreis-Sprecherin Daniela Hitzemann und lässt damit durchblicken, dass der Kreis die Verantwortung bei der Stadt Haan sieht.

Was sagt die Stadt Haan dazu? Eine Million Euro für einen Kreisverkehr, dieser Betrag ist aus Sicht von Guido Mering, Leiter des Haaner Tiefbauamtes, "in der Tat schon imposant". Doch die Stadt spielt den Ball an den Kreis Mettmann zurück: "Der Löwenanteil ist den Änderungswünschen zuzuschreiben, die der Auftraggeber hatte", sagt der Technische Dezernent Engin Alparslan.

Wie ist die Argumentation der Stadt Haan? Laut Alparslan wollte die Kreisverwaltung den ursprünglich mit 30 Metern Durchmesser geplanten Kreisverkehr auf 34 Meter erweitert wissen, offenbar um Lkw leichter eine Durchfahrt zu ermöglichen. "Das sind 30 Prozent mehr Fläche, die bebaut werden müssen", schätzt Alparslan. Diese Flächen mussten von Anliegern angekauft werden. Die Kosten seien also beim Kreis Mettmann angefallen, ohne dass die Stadt Haan sie verursacht oder zu verantworten habe. Beim Ausbau der Fahrbahn musste aus dem Untergrund zudem eine massive Befestigung entsorgt werden. Bei vorbereitenden Bodenuntersuchungen sei dieses alte Pflaster nicht entdeckt worden, "weil es nicht flächendeckend war", sagt Mering. Die Entsorgung des teilweise belasteten Materials war teuer.

Was passiert nun? Alparslan mahnt: Zusätzlich zu den von Haan zu verantwortenden Baukosten gebe es weitere Kosten, die die Stadt nicht zu verantworten habe und die offenbar in die geschätzte Million eingeflossen sind. "Man muss vorsichtig sein, was wo drinsteckt." Kreis und Stadt werden über das Thema noch einmal reden, wenn die Stadt im März die Endabrechnung präsentiert, sagt Mering. Über Kostensteigerungen wie durch das versteckte Pflaster sei der Kreis zeitnah informiert worden. Teilbeträge habe der Kreis bereits bezahlt. "Und das würde er nicht tun, wenn wir Blödsinn machen. Wir gehen mit dem Geld des Kreises genauso pfleglich um wie mit unserem eigenen", sagt Mering. Dazu Kreis-Sprecherin Hitzemann: "Die Rechnung darf der Kreis bezahlen. Die Stadt Haan muss sich an den Kosten nicht beteiligen." Dennoch steht fest: Die erhöhten Kosten wird am Ende der Steuerzahler tragen, der Kommune wie Kreis gleichermaßen finanziert.

(RP)