Der CVJM Hochdahl ist auf der Suche nach Blechbläser-Nachwuchs

Erkrath : Die Posaunenengel brauchen Nachwuchs

Der CVJM Erkrath tut etwas dafür: Er lädt junge und ältere Interessierte ein, das Spielen auf einem Blechblasinstrument kennen zu lernen.

Ein bisschen tun Clara die Lippen schon weh: kein Wunder, es das erste Mal, dass die Neunjährige Posaune gespielt hat. „Das hat doch schon richtig gut geklappt“, lobt Musiklehrer Wolfgang Wurth seine vier neuen Schüler, die sich im Gemeindehaus eingefunden haben, um ein Blechblasinstrument zu lernen. Darunter sind auch Claras Mutter Steffi Eckhoff(42) und ihre Schwester Mia (10).

„Nehmt die Instrumente am besten täglich in die Hand und übt die einfachen Töne.“, rät Wolfgang Wurth zum Ende der allerersten Posaunenstunde und zeigt dann den Neulingen, wie man die Musikinstrumente richtig in ihren Koffern verstaut. „Meine Schwester macht schon länger hier mit und hat so geschwärmt, dass wir, also die Kinder und ich, uns entschlossen haben, jetzt auch mit dem Posaune spielen zu beginnen“, erklärt Steffi und lacht. „Ist zwar nicht üblich, in meinem Alter mit Musikunterricht zu beginnen, aber warum nicht?“

Das sieht Sabine Osthege, Vorsitzende des Christlichen Vereins junger Menschen (CVJM) Hochdahl genauso. „Hier ist jeder willkommen, der ein Blechblasinstrument erlernen möchte. Manche fangen ganz früh damit an, aber wir hatten auch schon eine Teilnehmerin, die war Mitte 50.“ Alle zwei Jahre bietet der CVJM Hochdahl die Möglichkeit, mit dem speziellen Musikunterricht zu beginnen, die Entscheidung welches Instrument man lernen möchte – ob Tuba, Euphonium, Trompete, Posaune oder Horn – steht bei manchen bereits fest, andere probieren erst aus und entscheiden dann.

„2015 haben wir den Unterricht das erste Mal angeboten, und um Teilnehmer zu finden, haben wir die Schulen besucht, damals haben sich neun Schüler angemeldet, 2017 waren es dann nach der Vorstellung unseres Projektes über 30, das übertraf bei weitem unsere Kapazitäten und dieses Mal haben wir auf diese Art Werbung verzichtet und es sind bislang nur vier Anmeldungen“, erklärt Sabine Osthege ein wenig enttäuscht. „Wir freuen uns daher über jeden, der vielleicht doch noch Lust bekommt und ab kommender Woche dabei sein möchte.“

Denn im Gegensatz zu den klassischen Musikschulen ist der Unterricht (einmal die Woche je eine Stunde oder später die Proben im Posaunenorchester) mit 20 Euro monatlich günstig. Darin enthalten sind sogar die Gebühren für das Leihinstrument.

Elias ist seit zwei Jahren dabei, er gehört im Posaunenchor Plus zu den Jungbläsern, sein Spiel klingt klar und stimmvoll. Gemeinsam mit den anderen übt er gerade „Gott gab uns Atem“. Musikstudent Eike Klein leitet die Orchesterprobe.

„Ihr macht das ganz toll“, lobt er, „aber versucht mal, direkt beim ersten Ton präsenter zu sein. „Das gemeinsame Musizieren ist ein wichtiger Bestandteil unseres Konzeptes, denn beim CVJM wird Gemeinschaft groß geschrieben und wir achten auf die Einhaltung christlicher Werte“, betont Sabine Osthege. „Wir sehen ja auch, dass es den meisten wirklich Spaß macht, denn viele bleiben uns über Jahre erhalten.“

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