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Erkelenz: Neuer Anlauf bei Jugendbeteiligung

Erkelenz : Neuer Anlauf bei Jugendbeteiligung

Erkelenzer Jugendliche sind daran interessiert, sich in politische Diskussionsprozesse einzubringen, wenn es um ihre Themen geht. Das ist die wichtigste Botschaft nach dem ersten Treffen des "Team Kinder- und Jugenbeteiligung Erkelenz", kurz TKJE. Davon berichtete Stadtjugendpfleger Markus Wilmer am Mittwochabend dem Jugendhilfeausschuss.

Das TKJE ist der dritte Anlauf der Politik seit 2006, einen Weg zu finden, um Kinder und Jugendliche einzubinden. Die Gründung des TKJE beschloss der Jugendhilfeausschuss bei seiner Sitzung im Mai. Es setzt sich aus eingeladenen Jugendvertretern verschiedener Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit und der Schülervertretung sowie einer Abordnung des Jugendhilfeausschusses zusammen. Das Team soll in kleiner Runde erarbeiten, wie Jugendbeteiligung auf breiter Basis funktionieren kann. Dazu sollen bei diesem dritten Anlauf die Vorstellungen der Jugendlichen maßgeblich sein — und nicht die Ideen der Erwachsenen.

Treffen ohne Erwachsene

Genau das war offenbar auch das Problem beim ersten TKJE-Treffen, an dem 20 Jugendliche im Alter von 15 bis Anfang 20 teilnahmen, berichtete Wilmer: Die Jugendlichen fühlten sich durch den großen Gesprächsanteil der Erwachsenen gehemmt. Sie hatten allerdings auch den Mut, das auszusprechen. Und so heißt die vom Ausschuss getragene Entscheidung für das nächste Treffen: Die Runde tagt ohne Erwachsene — mit Ausnahme des Stadtjugendpflegers, der den Prozess moderiert und begleitet. Der Ausschuss formulierte jedoch auch Erwartungen an das TKJE: Nachdem bei dem ersten Treffen vor allem Themen gesammelt wurden, bei denen die Jugendliche Beteiligung wünschen, müsse es beim nächsten Mal darum gehen, Wege für mehr Beteiligung zu skizzieren — und auch dem Gremium selbst eine Struktur zu geben.

Bis der Jugendhilfeausschuss zu dieser Entscheidung kam, verging allerdings eine Dreiviertelstunde zäher Diskussion, in der Mitglieder quer durch alle Parteien und Gruppen das Treffen von der Anzahl der Teilnehmer über ihr Alter bis hin zu den Diskussionsthemen hinterfragten. Kerstin Schaafs (CDU) Appell, dem Team nach dem vielversprechenden Anfang doch erst einmal eine Chance zum zweiten Treffen zu lassen, verhallte zunächst. Erster Beigeordneter Dr. Hans-Heiner-Gotzen musste den Ausschuss mehrfach an seinen eigenen Beschluss vom Mai erinnern, der viele dieser Fragen bereits beantwortet.

Kommentar

Mehr zu den bisherigen Versuchen, die Jugendlichen zu beteiligen unter www.rp-online.de/erkelenz.

(RP)