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Erkelenz: Haltestelle rückt vors Rathaus

Erkelenz : Haltestelle rückt vors Rathaus

Die Standortfrage für die Haltestelle der Busse an der Parkhofstraße ist längst entschieden. Jedoch sorgt der neue Platz vor dem alten Rathaus stets für Diskussionsstoff. Auch als es um das Aussehen der Wartehalle ging.

Nach der Grundsatzentscheidung, dass die Bushaltestelle an der Parkhofstraße vor das alte Rathaus gerückt wird, beschloss der Bauausschuss jetzt das Modell der Wartehalle. Sie ist transparent, gut zehn Meter lang, bietet guten Wetterschutz. Und soll den Blick auf die Fassade des alten Rathauses so wenig wie möglich beeinträchtigen. Spätestens an diesem Punkt spalteten sich bisher – und diesmal war es nicht anders – die Meinungen der Fraktionen. Womit es dann ganz schnell nicht mehr um das Aussehen der Wartehalle, sondern wieder um die grundsätzliche Frage des Standortes geht.

Die Argumente

Eine Wartehalle vor dem alten Rathaus passe wie die Faust aufs Auge, sagte Willi Spichartz für die SPD. Seine Fraktion hatte sich stets gegen die Verlegung ausgesprochen, und nochmals wurden die Argumente für diesen Standpunkt hervorgeholt: Vor dem Rathaus sei viel zu wenig Platz für die über hundert Schüler, die zu den Stoßzeiten auf die Busse warten. Die Folge sei, dass der Gehweg komplett versperrt werde. Als zweiten Nachteil nannte Spichartz, dass die „Bus-Schlange“ bei zwei Gelenkfahrzeugen bis zu Schreibwaren Viehausen reiche. Damit werde nicht nur der Verkehr behindert, sondern auch die Zufahrt zum Rathaus-Parkplatz blockiert. „Wir machen uns lächerlich“, schloß der Fraktionsvorsitzende. Unterstützung erhielt er von den Grünen: „Das Ding gehört da nicht hin“, sagte Dr. Henning Herzberg.

Die CDU-Fraktion hatte nach Diskussionen in Workshops den neuen Standort durchgesetzt. Im Gegensatz zu den Gegnern der „Haltestelle Rathaus“ hatte sie sich in den jüngsten Diskussionen mit dem tatsächlichen Thema, nämlich Aussehen und Zweckmäßigkeit der Wartehalle befasst. Mit dem neuesten Vorschlag der Verwaltung war sie nun zufrieden. Bürgermeister Bernd Jansen (CDU) wollte allerdings nicht die Gegenargumente im Raum stehen lassen. Denn tatsächlich mussten sich die Zuhörer, die an der damaligen Standort-Diskussion nicht beteiligt waren, die Frage stellen, warum denn die Haltestelle überhaupt verlegt werden soll. Vor allem, wenn dies auch noch Probleme mit sich bringt. Das Schlüsselargument für die Verlegung ist die dann gegebene Möglichkeit der mulitfunktionalen Nutzung der Plätze nach ihrer Neugestaltung, sagte Jansen. Dies sei auch bei den Leucht-Stelen berücksichtigt worden, von denen eine bei Bedarf entfernt werden könne. Schon jetzt störe die Bushaltestelle beim Weihnachtsmarkt. Werde sie nicht verlegt, könnten die Plätze nicht wie gewünscht bei künftigen Veranstaltungen genutzt werden. Natürlich werde zum Schulschluss an der Haltestelle einiges los sein, allerdings nur für begrenzte Zeit und nicht anders als an den übrigen Straßen, auf den Schulbusse halten.

(RP)