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Hückelhoven/Mönchengladbach: Mordversuch auf vier Arten

Hückelhoven/Mönchengladbach : Mordversuch auf vier Arten

Ein Schlag mit einem Stein auf den Kopf, ein Stoß von einem Abhang, in Schnaps aufgelöste Schlaftabletten – Ehemann überlebte alle Todesfallen.

Ein Schlag mit einem Stein auf den Kopf, ein Stoß von einem Abhang, in Schnaps aufgelöste Schlaftabletten — Ehemann überlebte alle Todesfallen.

Der Mordprozess vor dem Mönchengladbacher Landgericht hatte am Freitag zahlreiche Pressefotografen in den Schwurgerichtssaal gelockt. Die beiden Frauen auf der Anklagebank verbargen ihr Gesicht hinter Aktendeckeln. Die Staatsanwältin wirft den 45 und 46 Jahre alten Angeklagten mehrere gemeinschaftliche Mordversuche am Ehemann der Jüngeren vor. Aus Habgier und Heimtücke sollen die Freundinnen in den Jahren 2007 bis 2009 versucht haben, den an Demenz leidenden Partner umzubringen.

Der erste Prozesstermin vor dem Mönchengladbacher Schwurgericht endete am Freitag bereits mit der Bekanntgabe der Anklage. Tatsächlich war darin die Rede davon, wie man einen Menschen auf jede nur erdenkliche Weise töten kann. Im November 2011 hatte sich die 46-jährige Freundin auf der Polizeiwache Hückelhoven gemeldet und den staunenden Beamten offenbart, dass sie mehrmals mit ihrer lesbischen Partnerin versucht habe, deren Ehemann umzubringen. Treibende Kraft sei die Ehefrau des Opfers gewesen. Die Nettetalerin habe aus Geldgier gehandelt. Die Frauen, die zeitweise gemeinsam mit dem Mann in Hückelhoven gelebt hatten, waren inzwischen getrennt.

Nach Schilderung der Ex-Liebhaberin soll die Ehefrau am 24. November 2007 den Ehepartner mit einem Stein auf den Kopf geschlagen haben, als das Paar in Hückelhoven ein Lokal verließ. Die Angeklagte soll das Opfer damals auf der Straße hilflos zurückgelassen haben. Doch der Ehemann war verletzt, aber nicht tot. Auch ein von den Frauen mit tödlichen Folgen geplanter Treppensturz misslang. Sie legten Matchboxautos als Stolperfalle auf eine geölte Kellertreppe. Doch der Ehemann ging trotz fehlender Beleuchtung die Kellertreppe hinunter, ohne zu fallen. Auch der heimtückische Versuch der Freundinnen, so die Anklage, im März 2009 den Mann durch Schlaftabletten zu beseitigen, misslang. Der Mann schluckte die in Schnaps aufgelösten Tabletten, schlief ein — erwachte aber am kommenden Tag. Selbst als der Ehemann einen Abhang hinuntergestoßen wurde, überlebte er.

Der Prozess wird fortgesetzt.

(RP/ac)