Erkelenz: Freundschaft auf die Familie übertragen

Erkelenz: Freundschaft auf die Familie übertragen

Vor 25 Jahren nahm Anika Kochs am Cornelius-Burgh Gymnasium an einem Schüleraustausch teil - daraus ergab sich eine bis heute andauernde Freundschaft zu Elise Eveiland, die längst auch die Familien mit einschließt.

Ein lang anhaltender Kontakt entsteht nach einem Schüleraustausch nur sehr selten - nicht so bei Anika Kochs und Elise Eveiland: Seit sich beide vor genau 25 Jahren in Frankreich kennengelernt haben, verbindet sie bis heute eine lange Freundschaft.

Im April 1992 nahm die damals 15-jährige Anika Kochs am Cornelius-Burgh-Gymnasium an einem zehntägigen Schüleraustausch mit der französischen Partnerschule in Saint James teil. "Ich war bei der Ankunft ziemlich nervös, aber als ich Elise getroffen habe war sie mir auf den ersten Blick sympathisch", erinnert sich Kochs. Trotz der Sprachbarrieren funktionierte der zehntägige Austausch für beide besonders gut. "Wir haben eher mit Händen und Füßen geredet, Elise konnte aber bereits gut Deutsch sprechen", erinnert sich Anika Kochs.

Nach einem regelmäßigen Briefaustausch kam Eveiland innerhalb des Schüleraustauschs ein Jahr später nach Deutschland, daraufhin beschlossen beide, sich demnächst mit ihren Eltern zu besuchen. "Seitdem kann man gar nicht genau sagen, wie oft wir schon in Frankreich oder Elise mit ihrer Familie bei uns war", erzählt Marc Kochs, den Eveiland bereits bei ihrem ersten Besuch in Deutschland 1993 kennenlernte, ihren Ehemann Ronan lernten die Kochs wiederum beim gemeinsamen Skiurlaub sieben Jahre später kennen.

Die Freundschaft zwischen anfangs nur beiden Mädchen breitete sich so auf die gesamte Familie aus: Beide Paare kamen mit ihren Familien zur Hochzeit der jeweils anderen und verbrachten schon einige Urlaube zusammen. "In den ersten Jahren haben uns unsere Eltern gefahren und sich auch so kennengelernt", sagt Anika Kochs, deren erster eigener Flug später dann natürlich nach Frankreich führte.

Auch die Brüder der beiden Frauen kennen sich durch die Besuche, heute freunden sich die vier Kinder der beiden Paare an - für sie erhält der Kontakt zu einer Familie in einem anderen Land die größten Vorteile: Die zwölfjährige Mia hat in diesem Schuljahr Französisch gewählt, um sich bald auch mit dem zwei Jahre jüngeren Garries und der sechsjährigen Louise unterhalten zu können - schon wenn sie mit ihrem achtjährigen Bruder Ben und den Geschwistern aus Frankreich zusammen spielt, lernen sie von einander. "Dass "chevalle" Pferd heißen muss, habe ich so gemerkt, weil Louise eine Figur immer wieder so genannt hat", berichtet Mia.

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Auch Garries plant schon, Deutsch in der Schule zu wählen. "Ich finde es sehr wichtig, dass die Kinder durch unseren Kontakt so gut sehen können, dass sie die Sprache, die sie in der Schule lernen, auch wirklich benutzen können", sagt Elise Eveiland, "sie sind schon jetzt so motiviert zu lernen, weil sie es eben brauchen können."

Sie selbst hat sogar Deutsch studiert und ist jetzt Lehrerin. "Dass Elise perfekt Deutsch spricht, macht es für uns natürlich sehr einfach", sagt Marc Kochs, "aber wenn wir in Frankreich sind, merkt man nach ein paar Tagen, wie schnell man wieder in die Sprache hineinkommt."

Beide Familien sind dank Whatsapp in engem Kontakt und planen bereits die nächsten Besuche in diesem Jahr.

Eveiland berichtet auch in ihrem Unterricht immer wieder von der langen Freundschaft zwischen beiden Familien: "Ich ermutige meine Schüler immer, an Schüleraustauschen teilzunehmen - kaum einer kann es glauben, wenn ich erzähle, wie lange ich mit meiner Austauschpartnerin in Kontakt geblieben bin".

(kabo)