Duisburg: Verdienter Lohn für gute Vorbereitung

Duisburg : Verdienter Lohn für gute Vorbereitung

Der Polizeichor Duisburg bescherte das Publikum mit schönen klassischen und weihnachtlichen Melodien. Das Konzert fand erstmals nach langer Pause wieder in der Mercatorhalle statt.

Bekanntlich werden in der Adventszeit die Türchen des Adventskalenders geöffnet. Der Polizeichor Duisburg unter der Leitung von Axel Quast öffnete ebenfalls eine Tür und sorgte für innere Ruhe und Besinnlichkeit. Die Weihnachts-Konzerte der singenden Ordnungshüter sind ein Highlight im Duisburger Kulturleben und finden traditionell immer am letzten Adventswochenende statt.

Der Chor versteht es immer wieder, sein Publikum für ein paar Stunden von der Hektik des Alltags abzulenken und es auf das Weihnachtsfest einzustimmen. Gleich drei Konzerte musste der Chor auf der Bühne der Mercatorhalle aufführen, die in diesem Jahr wieder zum konzertanten Spielort geworden ist, nachdem in den letzten Jahren zuvor im Theater am Marientor gesungen wurde. Das Konzert stand dieses Mal unter dem Motto "Und Frieden auf Erden".

Die Besucher erlebten ein abwechslungsreiches, wunderbar gestaltetes Konzert, das man schon als Top-Veranstaltung bezeichnen kann. Vorsitzender Rolf Holz freute sich, dass sein Chor wieder in der Mercatorhalle auftreten kann. Auf der Bühne sang nicht nur der gastgebende Chor, sondern auch - wie in all den Jahren zuvor - der Frauenchor der Polizei Duisburg 1983 e.V. unter der musikalischen Leitung von Sebastian M. Ostmeyer. Mit dabei war auch wieder das Orchester Oberhausen.

Schon der Auftakt mit "Moments of Glory" von Edward Elgar mit den beiden Chören war ein Zeichen dafür, was den Besucher noch erwartet. Der Polizeichor begann mit "Gib uns Herr den Frieden" nach einem Arrangement von Otto Groll sowie mit Gotthilf Fischers "Frieden", worauf Felix Mendelssohn-Bartholdys "Verleih uns Frieden gnädiglich", gesungen von beiden Chören, folgte. Beide Chöre hatten sich auf ihre Auftritte gut vorbereitet. Das konnte man bei Ausschnitten aus der Krönungsmesse von Mozart feststellen. "Kyrie" und "Agnus Dei" kamen an. Das Konzert war auch auch deshalb erfolgreich, weil vier gute Solisten mitwirkten.

Antje Bitterlich, Sopran, und Wolfram Wittekind, Tenor, sowie Kornelia Herrmann, Mezzosopranistin aus dem Frauenchor und nicht zuletzt Klaus Hermann, Bassist des Polizeichores zeigten, wie schön sie singen können. Ob nun bei "Caro mio ben" von Tommaso Giodani, "Rejoice" aus dem Oratorium "Der Messias" von Georg Friedrich Händel, Georges Bizets "Agnus Dei", alles wurde fein säuberlich gesungen. Sie alle leisteten einen wertvollen Beitrag zur Schönheit des Konzertes.

Viele bekannte und auch unbekannte Weihnachtslieder standen auf dem Programm, auch eine Komposition des Chorleiters vom Frauenchor ("Machet die Tore weit"). Schöne Interpretationen der bekanntesten amerikanischen Weihnachtslieder wurden vom Frauenchor akkurat vorgetragen. Das konnte man auch vom Polizeichor behaupten, der, zusammen mit dem Orchester eine schöne Weihnachtsliederfolge sang. Nicht ganz so einfach war dagegen die a capella Version "L´Angelus" von Bernhard Weber.

Bevor aber das große Finale mit Händels "Hallelujah" aus dem "Messias" (das ist Tradition!) von allen Akteuren auf der Bühne gesungen wurde, gab es noch eine Überraschung. Jenny Meier spielte auf der goldenen Harfe drei wunderbare Stücke. Das bekannteste war die Titelmelodie von "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Im großen Saal der Mercatorhalle herrschte Stille. Man lauschte den Tönen aufmerksam zu.

Mit ihrem roten Kleid, der zierlichen Figur und den langen blonden Haaren wirkte sie fast wie ein Friedensengel, der seine Botschaft weitergab. Eine schöne Geste im Hinblick auf das Motto. Als dann noch die ersten Töne von "Jerusalem" vom Orchester gespielt wurden, bekam Klaus Hermann schon Szenenapplaus, denn das war "Sein" Lied. Es darf wohl in keinem Weihnachtskonzert mehr fehlen. Mit seinen Weihnachtskonzerten hat der Polizeichor wieder einmal ein Tor geöffnet, das musikalisch zur inneren Ruhe, zu Frieden und Besonnenheit geführt hat.

Das Publikum war begeistert und sparte als verdienten Lohn nicht mit Applaus.

(dikr)
Mehr von RP ONLINE