Duisburg: Grenzen der Generation Kapuzenpulli

Duisburg: Grenzen der Generation Kapuzenpulli

Zäune als Symbol der Abgrenzung stehen bei der Performance im Vordergrund.

Im September hatte das große Tanzprojekt "Exile - Tanzen für ein besseres Leben" mit Royston Maldoom, den Duisburger Philharmonikern und der Tanzwerkstatt Ulla Weltike im Theater Duisburg viel Erfolg (die RP berichtete). Nun konnte das aufstrebende Duisburger Choreographen-Geschwisterpaar Max und Mia Bilitza ehemaligen "Exilanten" und weiteren jungen Duisburgern mit und ohne Fluchterfahrung in der Kulturkirche Liebfrauen am König-Heinrich-Platz wieder eine Bühne bieten.

Braucht der Mensch Zäune? Das Symbol der Abgrenzung schlechthin wird hier zu einem Zeichen der Willkommenskultur. Präsentiert wurde eine über 100 Meter große Zaunskulptur, ein Labyrinth aus bunt bemalten Holzlatten und künstlerisch gestalteten Torbögen, wie eine spiralförmige Königskrone. Es geht darum, dass das "Sich Öffnen" ebenso wie das "Sich Abgrenzen" zur Entwicklung eines verantwortlichen, facettenreichen Individuums gehört.

Zur Eröffnung gab es jetzt eine halbstündige Tanzperformance mit den 85 jungen Duisburgern. Stöcke und eben Zäune setzen der Generation Kapuzenpulli immer wieder Grenzen, gegen die sie mehr oder weniger vergeblich anrennen, die sie aber auch manchmal naiv zu akzeptieren scheinen. Die "Zaunkönige - Fantasien in Holz und Bewegung" setzten das in der bei freiem Eintritt ganz gefüllten ehemaligen Kirche eindrucksvoll in Menschen-Bilder um. Es gab viel begeisterten Beifall.

Die Zaunskulptur kann in der Liebfrauenkirche noch bis zu 31. Januar besichtigt werden.

(hod)
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