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Duisburg: Respekt und Mitgefühl durch Figurentheater

Duisburg : Respekt und Mitgefühl durch Figurentheater

Malzacher war wieder da, jetzt kann Weihnachten kommen. Dieter Malzacher spielt seit 1990 nicht mehr mit Schauspielern, sondern mit Figuren, "denn die verlangen keine Gage und widersprechen nicht". Im Foyer III im Duisburger Theater waren schon mehrere seiner vor Fantasie und Witz überbordenden Märchenadaptionen für alle ab vier Jahren zu erleben (die RP berichtete), diesmal "Rumpelstilzchen", das ist in den "Kinder- und Hausmärchen" der Gebrüder Grimm die Nr. 55 und im internationalen Verzeichnis der Märchentypen die Nr. 500 ("Name des Unholds").

Kurz zur Handlung: Ein Müller behautet von seiner schönen Tochter, sie könne Stroh zu Gold spinnen, und will sie an den König verheiraten. Dieser stellt ihr die Aufgabe, über Nacht eine Kammer voll Stroh zu Gold zu spinnen, ansonsten müsse sie sterben. Ein kleines Männlein hilft ihr und verlangt dafür zunächst ihr Halsband, in der zweiten Nacht ihren Ring und in der dritten Nacht - nach welcher der König sie heiraten will - ihr erstes Kind. Als das Männlein dieses dann abholen will, wird es von den Tränen der nunmehrigen Königin erweicht und gibt ihr drei Tage Zeit, seinen Namen zu erraten. Schließlich erfährt sie von einem Boten, dass ganz entfernt ein Männlein in einem kleinen Haus wohnt, das nachts um ein Feuer tanzt und singt: "Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hole ich der Königin ihr Kind; ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!" So kann sie das Rätsel nun lösen, und Rumpelstilzchen zerreißt sich vor Wut selbst mit den Worten: "Das hat dir der Teufel gesagt!"

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Dieter Malzacher hat auch diesmal viele skurrile Nebenfiguren hinzuerfunden, wie die handfeste kölsche Omma, auf deren Bauernhof am Ende viele Asyl finden, einschließlich des Männleins, denn das muss Malzacher als der Märchentierarzt immer wieder kleben, was nie so richtig hält, trotz Zauberkleber. Unaufdringlich wird die Botschaft des Märchens klar, das Geldgier gegen Respekt und Mitgefühl für alle hält.

Dass das klappt, sieht man an der Reaktion der kleinsten Besucher, die am Ende wollen, dass sich wirklich alle Figuren verbeugen - bis hin zum Steinwurm.

(hod)