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Mord an Rentner in Hünxe: „Das Beil steckte noch in seinem Kopf“

Prozess um Mord an Rentner aus Hünxe : „Das Beil steckte noch in seinem Kopf“

Es war nur ein einziger Schlag, doch der war sofort tödlich. Am Freitag ist der Prozess gegen den Hauptverdächtigen gestartet. Vor Gericht schilderte er seine Tat gleich zu Beginn.

Im vergangenen September wurde ein 82-jähriger Rentner aus Nordrhein-Westfalen mit einer Axt erschlagen. Er hatte gerade die „Sportschau“ geguckt. Der mutmaßliche Täter: ein langjähriger Bekannter. Seit Freitag steht er in Duisburg vor Gericht. Die Anklage lautet auf Mord.

„Ich habe ihn getötet“, ließ der 40-jährige Deutsche mit kasachischen Wurzeln das Duisburger Schwurgericht gleich zu Prozessbeginn wissen. „Ich schlug ihm von hinten einmal kräftig auf den Kopf. Er fiel mit dem Stuhl um. Das Beil steckte noch in seinem Kopf.“

Der Rentner aus dem niederrheinischen Hünxe hatte den Angeklagten offenbar selbst ins Haus gelassen. „Ich kenne ihn seit 28 Jahren“, so der 40-jährige Dachdecker. „Er war mein Geschichtslehrer auf der Hauptschule.“ Bis zuletzt habe er dem Rentner bei Arbeiten in Haus und Garten geholfen. „Ich habe den Rasen gemäht, Lampen repariert und kleine Ausbesserungsarbeiten gemacht.“ Seine Mutter habe im Haus des 82-Jährigen früher als Haushaltshilfe gearbeitet.

Auslöser der Tat sollen finanzielle Probleme gewesen sein. „Ich wollte ihn fragen, ob er mir 3000 Euro leihen könnte“, so der Angeklagte. Er habe Schulden gehabt, die aus seiner Spielsucht stammten. Als ihm der 82-Jährige jedoch klar gemacht habe, dass er kein Geld bekommen würde, sei er „enttäuscht und wütend“ gewesen. Er sei zum Auto gegangen und habe die Axt geholt.

Der Angeklagte war kurz nach der Tat festgenommen worden und hatte bei der Polizei sofort ein Geständnis abgelegt. Im Prozess müsse nun geprüft werden, ob der Angeklagte aufgrund seiner Spielsucht vermindert schuldfähig gewesen sei, sagte Verteidiger Gabor Subai.

Das Duisburger Schwurgericht hat für den Prozess zunächst noch vier Verhandlungstage bis zum 29. März vorgesehen.

(skr/dpa)