Duisburg: Fünf Gemeinden im Westen auf dem Weg zur Gesamtkirchengemeinde

Rheinhausen und Rumeln-Kaldenhausen : Presbyter haben ihre Amtszeit um ein Jahr verlängert

Fünf Gemeinden im Westen sind auf dem Weg zur Gesamtkirchengemeinde.

Im Februar 2020 werden in den evangelischen Kirchengemeinden im Rheinland die Presbyterien gewählt. In den fünf evangelischen Kirchengemeinden der Duisburger Stadtteile Rheinhausen und Rumeln-Kaldenhausen (Evangelische Christus-, Friedens- und Erlöserkirchengemeinde, Evangelische Gemeinden Friemersheim und Rumeln-Kaldenhausen) jedoch nicht. Und das aus gutem Grund. „Wir fünf sind ja auf dem Weg zur Gesamtkirchengemeinde“, erklärt Anne Eichhorn, Vorsitzende des Gemeindeverbandes. „Am 1. Januar 2021 soll der Schritt vollzogen werden. Und weil eine evangelische Kirchengemeinde von einem Presbyterium geleitet wird, das die Gemeindeglieder per geheimer Wahl selbst bestimmen, müsste im Februar 2021 erneut gewählt werden.“ Für solche Fälle sieht die Kirchenordnung eine Verschiebung der Wahlen um maximal ein Jahr vor. „Dankenswerterweise haben sich die jetzigen Presbyterinnen und Presbyter bereit erklärt, ihre Amtszeit zu verlängern. Bei uns werden die Wählerinnen und Wähler dann im Februar 2021 zum Wählen aufgerufen.“

Die Überlegungen, dass sich die fünf Kirchengemeinden zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammenschließen, begannen vor fünf Jahren. In Gemeindeversammlungen, in Gruppen der Gemeinden und in den Gemeindebriefen wurden die Planungen besprochen und Rückmeldungen aufgenommen. Presbyterien tagten in den einzelnen Gemeinden und gemeinsam, Überlegungen in Ausschüssen und Gruppen sowie mit Mitarbeitenden wurden angestellt. „Und schließlich haben wir die Satzung verfasst, sie wird zurzeit von der Landeskirche kirchenrechtlich überprüft“, erklärt die Verbandsvorsitzende. Die Satzung sieht vor, dass die jetzigen Gemeinden eigene Bereiche der Gesamtkirchengemeinde bleiben. Sie werden jeweils ihre eigenen Presbyterien haben. Gewählt werden sie von den Gemeindegliedern des jeweiligen Bereiches. Das Gesamtpresbyterium bilden dann Vertreter der Bereichspresbyterien. „Dieses Verfahren führt dazu, dass die einzelnen Gemeindebereiche und damit die Wähler über ihre entsandten Abgeordneten auch gesamtkirchengemeindlich ein starkes Mitspracherecht haben und deswegen die jeweiligen Bereichsschwerpunkte berücksichtigt werden.“

Hintergrund für die Gründung einer Gesamtkirchengemeinde, so Sieghard Klimkait, Pfarrer der Christuskirchengemeinde, war die Überlegung, dass man nur gemeinsam die bisherige gute Arbeit von der Jugendarbeit bis zu den Seniorenkreisen, die pfarramtliche Versorgung und die Seelsorge für Menschen in schwierigen Situationen, den kreativen Konfirmandenunterricht etc. dauerhaft auf eine solide Basis stellen kann.

„Die Finanzmittel werden geringer, unsere Aufgaben für die Menschen aber nicht“, sagt Anne Petsch, Pfarrerin in Friemersheim. In der Gesamtkirchengemeinde können die Presbyterien besser planen, welche Arbeit sie gemeinschaftlich schultern, welche finanziellen Ausgaben sie zusammen tätigen können, welche Schwerpunkte in den einzelnen Gemeindebereichen gesetzt werden. „Gemeinsam können wir weiterhin gut steuern und gestalten“, sagt Beate Rosenbaum-Kolrep, Pfarrerin der Friedenskirchengemeinde in Rheinhausen. „Dieser Gedanke hat sich auch in den Gemeindeversammlungen durchgesetzt.“

Gudrun Burwitz, Presbyterin der Erlöserkirchengemeinde vermutet „Die Gesamtkirchengemeinde wird nicht so viel für die Gemeindeglieder ändern. Vielleicht wird das Neue, außer durch den neuen Namen, der noch gar nicht feststeht, gar nicht groß bemerkbar sein.“ „Aber es wird viel an unserem Gestaltungsspielraum ändern“, ist sich Cornelia Brennemann, Diakonin der Gemeinde Rumeln-Kaldenhausen, sicher. „Ich freue mich, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen.“

(RP)