Düsseldorf: Weltkindertag: Das wünschen sich die Kinder

Düsseldorf : Weltkindertag: Das wünschen sich die Kinder

Frieden und Schule für alle, mehr Radfahrer und Süßigkeiten – beim Fest für Kinder am Rheinufer standen die jüngsten Bürger im Mittelpunkt.

Frieden und Schule für alle, mehr Radfahrer und Süßigkeiten — beim Fest für Kinder am Rheinufer standen die jüngsten Bürger im Mittelpunkt.

Lena wippt auf ihren Füßen und überlegt. "Ich fände es toll, wenn die Mittelschicht gestärkt wird, damit es nicht nur Arm und Reich gibt", sagt sie nach einer Weile. Mit Politik hat die Zwölfjährige eigentlich wenig am Hut, aber Soziale Gerechtigkeit ist ihr wichtig. Gehör fand sie beim gestrigen großen Fest zum Weltkindertag. Dort konnte sie ihre Wünsche für die Zukunft formulieren und auf einer Tafel der Stadt am Johannes-Rau-Platz aufschreiben. Tausende Besucher kamen zu der Veranstaltung entlang des Rheins zwischen dem Landtag und dem Burgplatz. Im Mittelpunkt stand ganz klar der Nachwuchs: An 150 Ständen von Vereinen und Institutionen rund um Kinder und ihre Rechte konnten die Kleinen spielen, malen und basteln.

Über fast zwei Kilometer erstreckte sich die Kindermeile. Die Angebote waren alle kostenfrei und äußerst vielfältig: Am Stand vom Bürgerhaus Bilk konnten die Kinder kleine Notizbücher mit Glitzer und Aufkleber verschönern und kleine Daumenkinos basteln. Eine große aufblasbare Kuh melkten sie beim SOS-Kinderdorf. Am Stand des Düsseldorfer Jugendrates konnten die Kleinen in einen großen durchsichtigen Ball klettern und damit durch ein riesiges Planschbecken rollen. Die Christlichen Pfadfinder der Adventjugend hielten an ihrem Stand auf der Wiese bei der Rheinpromenade ganz traditionell Stockbrot übers Feuer. Außerdem gab es einen Cross-Parcours, eine Kletterwand, mehrere Hüpfburgen sowie ein Bungee-Trampolin.

Zukunftswünsche haben wie Lena auch andere Kinder formuliert. Das Ergebnis ist bunt: Auf mehr Frieden auf der Welt hoffen die siebenjährige Saadit und Sabine. Die 13-Jährige fügt hinzu: "Und dass alle Menschen genug zu essen haben." Julie (14) wünscht sich, dass alle Kinder auf der ganzen Welt in die Schule gehen können. "Sie haben doch schließlich ein Recht auf Bildung", sagt sie. Der zwölfjährige Ben möchte, dass die Menschen kurze Strecken nur noch mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen. "Wenn man seltener Auto fährt, wird die Umwelt weniger verschmutzt", sagt er. "Außerdem macht Fahrradfahren viel mehr Spaß." Andere Kinder planen noch nicht ganz so weit: So wünscht sich Bens Bruder Leo: "Ich will fliegen können." Melio (6) befürwortet für alle Kinder "so viele Süßigkeiten wie möglich" herbeizuschaffen.

Frederic und Leo (beide 13) setzen sich bereits ganz gezielt für die Rechte von Kindern ein. Mit dem Projekt "Schokofair" wollen sie und ihre Mitschüler von der Montessori-Hauptschule auf Kinderarbeit an der Elfenbeinküste aufmerksam machen. Von Unicef wurden sie dafür als Jugendbotschafter 2013 ausgezeichnet. Dass sich die beiden für andere einsetzen, mit denen sie eigentlich nichts zu tun haben, ist für sie selbstverständlich: "Das sind ja Kinder wie wir", sagt Frederic.

(RP)
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