Wegen erzwungener Ryanair-Landung Deutscher Radsport-Bund verzichtet auf EM in Minsk

Minsk · Aufgrund der Vorkommnisse in Belarus am Pfingstwochenende verzichtet der Bund deutscher Radfahrer auf eine Teilnahme mit seinen Athleten an der Europameisterschaft in Minsk und drängt den europäischen Verband, nach Alternativlösungen zu suchen.

 Ein deutscher Fahrer wird nicht um den EM-Titel im Radsport kämpfen.

Ein deutscher Fahrer wird nicht um den EM-Titel im Radsport kämpfen.

Foto: dpa/Vincent Jannink

Aus Protest gegen die erzwungene Landung eines Passagierflugzeugs in Minsk hat der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) seine Mannschaft von der Bahn-EM in der belarussischen Hauptstadt (23. bis 27. Juni) zurückgezogen. Der BDR habe mit dem europäischen Verband Kontakt aufgenommen und deutlich gemacht, dass unter diesen Umständen eine Teilnahme nicht möglich sei. Zudem habe man auf eine Alternativlösung gedrängt, heißt es in einem Statement am Dienstag.

Am Dienstagabend zog auch der niederländische Verband KNWU nach und erklärte seinen Verzicht auf die Teilnahme. Der europäische Radsportverband UEC kündigte indes eine Entscheidung bezüglich der Austragung der Titelkämpfe für den kommenden Donnerstag an. Angesichts der jüngsten Ereignisse werde die Situation sorgfältig geprüft.

Am Sonntag war ein Ryanair-Flugzeug zur Landung in Minsk gezwungen und ein belarussischer Oppositioneller an Bord festgenommen worden. Machthaber Alexander Lukaschenko steht wegen seines brutalen Vorgehens gegen die Opposition international in der Kritik.

(dör/SID)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort