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Düsseldorf: Wartelisten: Heftiger Streit um städtische Musikschule

Düsseldorf : Wartelisten: Heftiger Streit um städtische Musikschule

Nicht besetzte Stellen, immer längere Wartelisten mit mehr als 3000 Kindern, frustrierte Eltern: Dass es so an der städtischen Clara-Schumann-Musikschule nicht bleiben darf, zumindest darin waren sich die Politiker aller Fraktionen am Dienstag im Schulausschuss des Rates einig. Viel weiter reichten die Gemeinsamkeiten allerdings nicht.

"Sarkasmus" warf CDU-Schulexperte Pavle Madzirov den Vertretern der Ampel-Kooperation bei diesem Thema vor. Die von SPD und Grünen gestellte Anfrage zur personellen Ausstattung der Musikschule sei überflüssig, da die Missstände seit Juni breit und öffentlich diskutiert würden. Claudia Bednarski (SPD) konterte, es sei eine "Frechheit" und "unqualifiziert", dass die CDU das Verwaltungssparkonzept 2020 in einen Zusammenhang mit den Wartelisten der Musikschule setze. "Das liegt unter anderem an steigenden Schülerzahlen, 2020 spielt da nicht hinein", sagte Bednarski.

Zufrieden mit der von ihr getragenen Rathausführung sind die Ampel-Politiker aber nicht. Die von Musikschulleiter Peter Haseley im Auftrag von Kulturdezernent Hans-Georg Lohe verlesene Antwort auf die Anfrage nannte Clara Gerlach (Grüne) "sehr dünn". Und ihr Parteifreund, Ausschuss-Chef Wolfgang Scheffler, meinte, der Dezernent brauche womöglich "eine solche Aufforderung, um zu verstehen, dass hier etwas zu tun ist".

Mirko Rohloff (FDP) sagte, die Warteliste könne nicht auf null gesetzt werden, "denn dann müssten wir das Musikschul-Personal mehr als verdoppeln". Und das sei nicht finanzierbar. Madzirov blieb bei seiner Kritik: "Sie sparen die Musikschule kaputt und das wird Sie noch treffen." Am Ende stimmten aber auch die Christdemokraten für den Antrag des Ampel-Bündnisses, die Verwaltung möge rasch ein Konzept zur Zukunft der Clara-Schumann-Musikschule vorlegen.

(jj)