Wersten: Posse ums Entenfüttern im Volksgarten

Wersten : Posse ums Entenfüttern im Volksgarten

Eine schriftliche Verwarnung mit Bußgeld vom Ordnungsamt erhielt nun eine Hundehalterin aus Wersten, die mit einem Mann im Volksgarten aneinandergeraten war. Dieser hatte sie beschuldigt, Enten zu füttern und mit der Polizei gedroht. Nun wirft ihr auch das Ordnungsamt vor, in dem Park wildlebende Enten gefüttert zu haben. Dies sei außerhalb besonders gekennzeichneter Futterplätze nicht erlaubt. Und genau dabei sei sie von sechs Zeugen beobachtet worden, heißt es in dem Schreiben des Amts. Außerdem sei sie auch am Tage zuvor beim Füttern beobachtet worden. Der Bescheid listet neben der Geldbuße in Höhe von 30 Euro eine Gebühr von 25 Euro und Auslagen der Verwaltung von 3,50 Euro auf, stellt also insgesamt eine Summe von 58,50 Euro in Rechnung.

Dagegen wendet sich nun der Ehemann der beschuldigten Dame. Er fahre seit über 50 Jahren seine Frau mit dem Auto zum Volksgarten, wo sie oft in einer Gruppe von Hundebesitzern spazieren gehe. "Eine Nahrungsmittelversorgung von Enten hat hier zu keinem Zeitpunkt stattgefunden", schreibt der Werstener an das Ordnungsamt und schildert den Verlauf der Dinge aus seiner Sicht. Auslöser der Zwistigkeiten sei ein Streit auf dem Parkplatz gewesen. Der besagte Mann habe die rechte Tür ihres Wagens aufgerissen und ihn angeherrscht, er solle sich gefälligst ordentlich hinstellen, er stehe schräg. Der Ehemann konterte, ob sein Kontrahent nicht mehr alle Tassen im Schrank habe und überhaupt weisungsberechtigt sei. Der Mann, von dem der Hundehalter annimmt, dass er geistig behindert und bei einer Jugendeinrichtung beschäftigt sei, deutete daraufhin mit einem symbolischen Tritt in die Luft an, was er von seinem Gesprächspartner hielt. Eine Begegnung mit Folgen.

Denn als Frauchen und Hund zum Auto zurückkehrten, habe der Mann sich ihr in den Weg gestellt und beschuldigt, die Enten gefüttert zu haben. Wenn sie dies noch mal tue, rufe er die Polizei, drohte er. Dies habe er an mehreren Tagen wiederholt. Beim letzten Mal habe das Paar ihn ausgelacht und nachgeäfft, gibt der Ehemann zu. Er habe dann seiner Frau geraten, wenn er an dem Streitgegner und seinen Kollegen vorbeigehe, die Hände so zu bewegen, als füttere sie Enten.

Die herbeigerufenen Mitarbeiter des Ordnungsdienstes sahen sich veranlasst, die Hundebesitzerin wegen des Fütterns von Enten zu verwarnen. Sie hätten sich von den Handbewegungen seiner Frau täuschen lassen, behauptet nun der Hundehalter und beschuldigt den Widersacher: Die Hundehalter hätten gesehen, dass der Mann selbst Enten gefüttert habe. Davon gäbe es auch Handyfotos. Zum Dank hätten die Enten laut geschnattert - das könnten die Hundehalter bezeugen.

Ob das Ordnungsamt der Darstellung des Wersteners Glauben schenkt und als Grund sieht, von der Verwarnung Abstand zu nehmen, ist bislang offen. Zum konkreten Einzelfall werde man keine Stellung abgeben, hieß es auf Anfrage unserer Redaktion.

(RP)