Wersten: Bunker-Abriss läuft nach Terminplan

Wersten : Bunker-Abriss läuft nach Terminplan

Zwei Hochbunker, zwei Probleme für die Stadt: An der Reusrather Straße fehlt noch die Baugenehmigung für den Neubau des geplanten Wohnkomplexes. An der Burscheider Straße geht es mit der Dachsanierung nicht voran.

Zwei Hochbunker sind für Werstens Bürger ein Weltkriegserbe, das viele beschäftigt und manches Gemüt erregt. Dabei ist der Bunker an der Reusrather Straße bald komplett Geschichte, während der an der Burscheider Straße eher zu einer Geschichte ohne Ende zu werden scheint.

Der lange als Getränkebunker bekannte Hochbunker an der Kölner Landstraße/Ecke Reusrather Straße soll laut Terminplan bis Ende dieses Monates abgerissen sein. Schon jetzt steht das massive Bauwerk von 1942, oberirdisch nicht mehr. Doch ob dann, wenn neben dem Boden auch der letzte Schutt entsorgt ist, die Bauarbeiten für das fünfgeschossig geplante Wohnbauprojekt mit 39 Sozialwohnungen - die Wohneinheiten werden zwischen 52 und 95 Quadratmeter groß - Keller und 20 Tiefgaragenstellplätzen beginnen können, ist fraglich.

Diana Pokolm von der Krefelder Planungs-, Bauleitungs- und Projektsteuerungs-Firma Dreika erklärte dazu: "Wir warten auf die Baugenehmigung. Weil jedoch mehrere Ämter damit befasst sind, dauert es wohl noch einige Zeit. Aber wir haken täglich nach, um keine Zeit zu verlieren und stets auf dem letzten Stand zu sein."

Was bisher nicht half, die Angelegenheit zu beschleunigen. Die Mühlen der Verwaltung mahlen halt langsam, heißt es weiter. Jemand, der "Gas gibt" sei nicht zu finden.

Dabei macht der Fortschritt beim Bunker-Abriss sowohl dem Investor als auch den Dreika-Verantwortlichen Mut. "Es sieht gut aus in Sachen Abriss-Termin. Das Gebäude war zwar sehr standhaft, aber nachdem das Abriss-Unternehmen erste Erfahrungen gemacht hatte, ging es zügig voran," lobte Pokolm die Männer, die an der Reusrather Straße mit schwerem Gerät Schwerstarbeit leisten.

Dass das Umweltamt mit dem Abriss befasst werden musste, war laut Pokolm "kein Problem". Weil für die Fachleute relativ schnell klar war, worauf es ankam. "Selbst die Tatsache, dass wir wegen der beim Innenanstrich des Bunkers verwendeten Farben einen Teil des Schutts gesondert entsorgen mussten, hat den Terminplan nicht durcheinandergebracht. Im Verhältnis zum Gesamtvolumen hielt sich die Menge Schutt, die aus Umweltgründen extra entsorgt werden musste, im Rahmen," verriet die mit dem Projekt befasste Dreika-Mitarbeiterin, die allerdings zu den dadurch entstandenen Mehrkosten nichts sagte.

Im Bauaufsichtsamt der NRW-Landeshauptstadt war gestern niemand zu erreichen, im Presseamt hieß es: "Wir wissen nichts. Und dürften, wenn wir etwas wüssten, einem Unbeteiligten nichts sagen."

Beim zweiten Hochbunker, dem an der Burscheider Straße, ist ebenfalls keiner zu finden, der "Gas gibt". Gemäß Plan soll das sanierungsbedürftige Dach in diesem Sommer für 350.000 Euro erneuert werden. Für die Arbeiten, die noch nicht angelaufen sind, hat man drei bis vier Monate eingeplant. Deshalb vermuten viele Anwohner, dass nach Grundlagenermittlungen und Detailplanungen für die Ausschreibungen kaum noch Sommer bleibt, um die Arbeiten vor dem Herbst fertig zu stellen. Befürchtet wird also, dass die seit zweieinhalb Jahren bestehende unschöne Einrüstung des von Musikern genutzten Bunkers noch lange steht - zur Gefahrenabwehr, weil Teile des maroden Daches herunterfallen könnten.

(RP)
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