Stadtmitte: Klingende Vogelhäuschen für den Worringer Platz

Stadtmitte : Klingende Vogelhäuschen für den Worringer Platz

Zugvögel halten eigentlich nicht am Worringer Platz. Dafür sind diverse Straßenbahnen und Busse verantwortlich. Für gut anderthalb Wochen wird sich das aber ändern. Vom 26. August bis zum 6. September hängen frei geformte Vogelhäuschen in den Bäumen des Platzes.

Der Kölner Künstler Peter C. Simon wird sie für das Projekt "Fliegende Momente" am Glashaus am Worringer Platz anbinden. Simon gewann eine entsprechende Ausschreibung. Er will den Klang von Zugvögeln aus den Häuschen herabspielen.

Zu einem Ortstermin kam der Künstler, der für seine akustischen Arbeiten bekannt ist, gestern nach Düsseldorf. Zusammen mit den Projektleitern des Glashauses Andrea Knobloch und Oliver Gather besprach er erste Einzelheiten zu dem Kunstprojekt. Etwa 20 Künstler hatten sich beworben; eine Jury hat nun Peter C. Simon ausgewählt. "Es geht nicht darum, alles zu verändern, sondern mit dem umzugehen, was da ist", erklärte Gather.

Für Simon sei dies eine interessante Herausforderung. Bei der Arbeit gerate er in eine positive Abhängigkeit mit dem Platz. "Ich komme klar mit dem Platz, wir werden Freunde", sagte Simon. Das spannende am Worringer Platz sei überdies, dass es eigentlich kein Platz sei, sondern eine Kreuzung.

Die Vogelhäuschen aus denen der Gesang der Zugvögel - das Motiv der Zugvögel ist in Anlehnung an die vielen Pendler vor Ort gewählt - dringen wird, baut Simon direkt im Glashaus. Die Arbeit dort soll von den täglichen Besuchern und Anwohnern des Platzes beobachtet werden können. Er wollte mit dem Platz arbeiten, nicht gegen ihn, erklärte der Künstler. Die Vogelhäuser könnte er etwa in der Form von Überwachungskameras bauen.

Vor penetranter Dauerbeschallung muss sich jedoch niemand fürchten. Die Vogelmusik soll in einer zweistündigen Wiederholung laufen - allerdings mit Pausen. "Wir wollen niemanden vertreiben", begründete Knobloch dies.

Das Glashaus steht seit mittlerweile zehn Jahren am Worringer Platz. "Wir verstehen uns als Ort der Kommunikation, die in den Stadtraum hineingeht", sagte Oliver Gather. Ein Vorteil sei der "Waschraum-Bonus": beim Umsteigen habe man Zeit, sich alles anzusehen.

(her)