Rath : Schüler erlaufen Spenden für Peru

Am Sponsorenlauf des Friedrich-Rückert-Gymnasiums nahmen mehr als 600 Schüler teil. Unternehmen, Lehrer, Eltern und Verwandte spenden pro gelaufenem Kilometer Geld.

10 000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen der Landeshauptstadt Düsseldorf und der peruanischen Provinzhauptstadt Cajamarca. Doch nicht nur in ihrer geografischen, sondern auch ihrer sozialen Lage unterscheiden sich die beiden Städte erheblich voneinander. Damit körperlich oder geistig behinderte Kinder und Jugendliche in der südamerikanischen Provinz Wohnung, Betreuung und Ausbildung bekommen, sammelten die Schüler des Friedrich-Rückert-Gymnasiums beim traditionellen Sponsorenlauf Spenden.

"Das ist besser, als einfach nur Geld zu sammeln, weil man sich dabei auch selbst testen kann", sagt Yahya Ammari. Der Elfjährige schaffte zwei Runden und damit eine Strecke von 10 Kilometern auf der Rundbahn durch den Aaper Wald. Im Unterricht sahen er und seine Mitschüler sich zuvor ein Video über die Situation behinderter Kinder in Peru an, die wenig Unterstützung erfahren. "Das ist wirklich schlimm", sagt Yahya.

Dem stimmt Schulleiter Konrad Großmann zu: "Eltern können es sich dort teilweise nicht leisten, ihren Kindern den Schulbus zu bezahlen." Durch den mit aggressiven Chemikalien betriebenen Edelmetallabbau nahe der Großstadt Cajamarca kämen dort viele Kinder mit körperlichen Behinderungen auf die Welt. "Die haben keine Chance auf Arbeit oder einen Ausbildungsplatz", sagt Großmann.

Jährlich kommen beim Sponsorenlauf etwa 25 000 Euro zusammen. Mit dem Geld unterstützt die Schule Internate, eine Sonderschule und Behindertenwerkstätten, in denen die Jugendliche auch eine Ausbildung erhalten. Den Spendenbetrag berechnet die Schule in den nächsten Wochen. Fest steht, dass etwa ein Drittel an städtische Jugendvereine gehen soll. Um die Sponsoren kümmern sich die Schüler der fünften bis zwölften Klassen. Handwerksbetriebe, Lehrer und Eltern beteiligen sich mit Geldsummen, die sich nach den gelaufenen Kilometern bemessen. Große Unternehmen konnte Großmann aber bisher nicht zum Mitmachen bewegen. "Die müssten sich dann wahrscheinlich rechtfertigen, warum sie die eine Schule unterstützen und die andere nicht", vermutet der Schulleiter.

"Einige Schüler laufen 30 Kilometer, das ist natürlich Wahnsinn", sagt Sportlehrer Jakob Mayerhöfer. Gerade die jüngeren Läufer seien mit Begeisterung dabei, einige Drittklässler habe er schon in der dritten Runde gezählt. Der 16-jährige Brasilianer Phillip Lisboa ist für ein Jahr in der Schule und beteiligte sich am Lauf. Die Probleme, die arme und kranke Kinder in Peru haben, seien in seinem Heimatland nicht unbekannt. "Wir sehen viel darüber im Fernsehen", sagt Phillip.

Um den sicheren Einsatz des Geldes in Peru kümmert sich seit zwei Jahren "Futuro Sí", die Düsseldorfer Initiative für Kinder in Lateinamerika. Die Beteiligung der Schule an den Hilfsprojekten in Cajamarca erwirkte die ehemalige Religionslehrerin Annemarie Welbers schon vor über 40 Jahren. "Es war mir immer wichtig, dass die Kinder in der Schule nicht nur etwas lernen, sondern auch etwas tun können", sagt Welbers. Regelmäßige Besuche von Betreuern und Helfern aus Cajamarca klären die Kinder und Jugendlichen über die bestehenden Probleme in Südamerika auf, zeigen aber auch die Erfolge, die das Engagement der Schule in den vergangenen Jahren bewirkt hat.

(bur)