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Pempelfort: Fahrradhaus überzeugt Anwohner nicht

Pempelfort : Fahrradhaus überzeugt Anwohner nicht

An der Scharnhorststraße/Ecke Eulerstraße soll das erste Fahrradhäuschen aufgestellt werden.

Nicht nur in der Sitzung der Bezirksvertretung 1 sorgte das geplante Fahrradhäuschen an der Scharnhorststraße für Diskussionen. Auch einige Anwohner haben sich jetzt gemeldet, "wir sind empört", sagt etwa Ingrid Prinz über das 1,50 mal 4,64 Meter große und drei Meter hohe Häuschen, weil es in ihren Augen mehr als genug Plätze gibt für Fahrräder vor der Tür, "bei uns sind es allein zwölf Stück". Dass nun Auto-Stellplätze wegfallen sollen, obwohl die Parkplatznot so groß ist im Viertel, kann die Pempelforterin überhaupt nicht nachvollziehen. Gedacht ist das Fahrradhaus auch gar nicht für die Anwohner der Scharnhorststraße - die Radfahrer von der Eulerstraße sollen es nutzen. Weil es dort aber keinen geeigneten Standort gegeben hat, wich die Verwaltung aus. "Das Haus macht unsere Straße nicht schöner", meint Ingrid Prinz, "wir kümmern uns hier um die Vorgärten, die Baumscheiben." Sie kann nicht verstehen, warum die Bewohner der Eulerstraße überhaupt ein solches Häuschen brauchen, gibt es doch zwei Straßenseiten dort, "für eine Häuserreihe", betont Prinz.

 Die Farbe Lime Green soll das Fahrradhäuschen haben, das in Pempelfort aufgebaut wird.
Die Farbe Lime Green soll das Fahrradhäuschen haben, das in Pempelfort aufgebaut wird. Foto: stadt düsseldorf

Dass Fahrräder an Laternen und Hauswänden abgeschlossen und dadurch die Gehwege versperrt werden - dem will die Bezirksvertretung entgegenwirken. Gerade Senioren mit Rollatoren oder Menschen mit Kinderwagen kommen oftmals nicht mehr vorbei, meint Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner (SPD), die nach wie vor hinter dem Projekt steht. "Vielleicht ist der Standort nicht perfekt", meint sie, dort aber seien die Anwohner aktiv geworden, hätten einen Antrag gestellt. Ob nun ein grünes Fahrradhäuschen oder Reihen von geparkten Autos - "wenn man raus schaut aus dem Fenster, sieht man Blech", meint die Bezirksbürgermeisterin, die dem Fahrradhäuschen eine Chance geben will. Ein Versuch sei es, "und wir wollen die Menschen zum Umdenken bewegen", so Spillner, dafür müsse dann auch mal ein Parkplatz wegfallen.

Ähnlich sieht das auch Michael Bützer, der von seinem Wohnzimmer aus auf die Ecke Euler-/Scharnhorststraße gucken kann, dort wo das Häuschen einmal stehen soll. Er selbst hat kein Auto, fährt fast jeden Tag mit dem Rad nach Gerresheim zur Arbeit und ist froh, dass die Stadt etwas für die Radler tun will. Ganz glücklich ist er aber mit dem Plan auch nicht: "Wieso hat man nicht ein mehreckiges Haus konzipiert, das um den Baum aufgestellt wird?", fragt er. Dadurch hätte es noch mehr Radstellplätze gegeben, außerdem wäre der Baum besser geschützt worden. "Wieso hat man nicht mit den Anwohnern vorher gesprochen?" Bützer fürchtet nämlich, dass die Türen zum Fahrradhaus von wild parkenden Autos versperrt werden, eine Frage der Zeit sei es, bis jemand die Polizei oder das Ordnungsamt ruft, weil er nicht mehr an sein Rad kommt.

Einen Termin für den Aufbau gibt es noch nicht, das Konzept selbst wurde im November 2016 vom Ordnungs- und Verkehrsausschuss beschlossen. Die Stadt bezuschusst die ersten zehn Häuschen, für die Privatpersonen einen Antrag gestellt haben, mit 90 Prozent der Herstellungskosten aus Stellplatzablösemitteln. Anschließend kümmert sich der Antragsteller um das Fahrradhäuschen, für das er Miete auch nehmen kann.

(RP)