Das Gartenamt Düsseldorf bietet Führungen durch den Lantz'schen Park an.

Parkführung : Unter fachkundiger Leitung durch den Park

Der Lantz’sche Park ist ein Kleinod im Düsseldorfer Norden und vielen gar nicht bekannt. Das soll eine Führung ändern.

Im Zuge der Reihe „Unterwegs in Park und Landschaft“ hat das Gartenamt in Lohausen eine Führung durch den Park Lantz angeboten. Unter sachkundiger Begleitung von Claus Lange konnten 30 Teilnehmer die rund 15 Hektar große Grünanlage kennenlernen. Auch über die auf dem Gelände befindliche Villa Lantz erfuhr man Neues. Namensgeber ist der Industrielle und Kaufmann Heinrich Balthasar Lantz (1762-1828), der den ehemaligen Rittersitz Lohausen im Jahr 1804 von Ferdinand Freiherr von Calcum erwarb. Lantz, der durch Handel in den Kolonien reich geworden war, ließ ab 1805 das große Herrenhaus der Familie auf den Fundamenten einer alten Wasserburg errichten. Die Nachfahren bewohnten die Anlage in fünf Generationen. Nach einer Nutzung von Park und Gebäude durch den Galeristen Alfred Schmela stand die Villa lange Zeit leer, bis sie kürzlich von einer privaten Firma für repräsentative Zwecke in Erbpacht übernommen wurde.

Gestaltet wurde der Park ab 1852 im Auftrag der Familie Lantz von Joseph Clemens Weyhe, dem Sohn des berühmten Gartenbauers Maximilian Weyhe. Bei dem Rundgang wies Claus Lange immer wieder darauf hin, wie unterschiedlich die vielen Bäume und Sträucher für Dürreperioden gerüstet sind. Dem englischen Modell folgend, hatte man im 19. Jahrhundert Pflanzen aus der neuen Welt importiert, von denen aber nicht alle für das hiesige Klima geeignet waren. Im Zentrum des zweiten Teils der schönen Führung stand die Lantz’sche Kapelle. Als Glücksfall erwies sich, dass Siegfried Küsel, der Vorsitzende des Fördervereins, an dem Rundgang teilnahm: Er hatte nämlich die Schlüssel zum Kirchlein und konnte interessante Details erläutern. Als Mathilde Lantz 1879 im Alter von nur 44 Jahren verstarb, ließ die Familie zu ihrem Andenken eine Kapelle errichten. Diese stand aber den Lohausener Gläubigen für Gottesdienste zur Verfügung, bis diese ein eigenes Gotteshaus errichteten. Trotz massiver Schäden aufgrund der Durchfeuchtung des Mauerwerks bietet die Kapelle ein künstlerisch und handwerklich prachtvolles Ensemble aus Mosaiken, Glasmalereien, Marmor und Stuck. Es ist eine abendländische Grabstätte mit byzantinischen, romanischen und gotischen Elementen. Inzwischen konnte der Dachstuhl aufwändig renoviert werden, doch für die Restaurierung der zahlreichen Kunstwerke sind noch erhebliche Mittel erforderlich. Zur Finanzierung bietet der Förderverein an, die sehr idyllisch gelegene Kapelle für Konzerte oder Hochzeiten zu nutzen.

Info Weitere Führungen des Gartenamtes stehen online unter www.duesseldorf.de/stadtgruen/freizeit.html. Pro Erwachsenem wird eine Gebühr von 2,50 Euro erhoben, Kinder bis 14 Jahre sind frei. Die Rundgänge dauern in der Regel zwei Stunden.

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