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Ein Biotop in Düsseldorf Lohausen wurde für Kröten zu schaffen

Naturschutz : Unmut über Kahlschlag für Kröten

Um der bedrohten Kreuzkröte gute Lebensbedingungen zu schaffen, wurden in einem Biotop in Lohausen sämtliche Pflanzen entfernt. Über das nun kahle Gelände ärgern sich viele Bürger.

Das Biotop am Rande von Lohausen war ein kleines Idyll. Sträucher, Bäume und Gräser wuchsen dort und das Areal diente einer Herde Rehe als Rückzugsort. Davon ist nichts mehr geblieben. Mit schwerem Gerät ist eine Firma im Auftrag von Straßen NRW angerückt und hat sämtliche Pflanzen entfernt. Das Kuriose daran ist, dass dies dem Tierwohl dienen soll. Denn eigentlich wurde das Biotop 1995 als Lebensraum für die Kreuzkröte angelegt, die als bedrohte Art auf der „Roten Liste“ steht. Da diese sich gerne auf kahlen sonnigen Sand- und Kiesflächen aufhält, wurde jetzt der Oberboden mit allen Pflanzen abgetragen und durch Sand- und Kiesbereiche ersetzt. „Da es sich inzwischen um eines von nur noch drei Vorkommen der Kreuzkröte in Düsseldorf handelt, bestand dringender Handlungsbedarf“, sagt Ulrich Stahl, Landschaftsarchitekt beim Landesbetrieb Straßenbau NRW. Dieser ist für das Areal zuständig, das als Ausgleichsfläche beim Bau der Autobahn A44 angelegt wurde.

Dass Straßen NRW nicht die Stadt über die Arbeiten informiert hat, ärgert Bezirksbürgermeister Stefan Golißa. „Ich bin von vielen verärgerten Bürgern angerufen worden und konnte ihnen nicht den Unmut nehmen, da ich auch nicht wusste, was dort geschieht.“ Brigitte Marquis beispielsweise findet den Aufwand, der für die Kröten geleistet wird, einfach zu groß. „Das hätte man auch alles so lassen können. Hier wird Geld vernichtet.“ Das wiederum sieht die Lohauser Tierärztin Ulrike Morys etwas anders. Sie beobachtet seit vielen Jahren die Entwicklung des Biotops und findet es richtig, für die Kröten einen Lebensraum zu schaffen. „Der muss dann aber auch gepflegt werden. Das ist in den letzten Jahren versäumt worden.“ Morys hat deshalb dort schon seit Jahren keine Kreuzkröte mehr entdeckt. Und das verwundert sie nicht. „Es wurde keine Ton- oder Lehmschicht angelegt, damit sich dort flache Gewässer zum Laichen bilden können.“ Die dort vorhandenen Gruben hält sie für nicht ausreichend.

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Friedhelm Werner, seit mehr als 25 Jahren Jagdpächter in Lohausen, bemängelt zudem den Zeitpunkt der Arbeiten. Die bereits im Februar gefällten Bäume und Sträucher wurden zu mehreren Meter hohen Haufen aufgetürmt. Sie sollen in den nächsten Tagen beseitigt werden. „Inzwischen leben dort aber Igel, und Vögel haben mit dem Nestbau begonnen. Das ist kein Naturschutz, das jetzt zu zerstören. Das ganze Projekt ist eine Katastrophe.“

Er kritisiert zudem, dass das Gelände mit einem 1,30 Meter hohen Zaun umgeben wird, die Rehe sich dort nicht mehr verstecken können. „In den letzten Wochen sind drei Rehe von Hunden gerissen worden.“ Straßen NRW will aber künftig die ständig notwendigen Rodungsarbeiten einsparen und im Biotop Schafe und Ziegen halten, die den aufkommenden Bewuchs abfressen sollen. Dafür würde der Zaun, der auch das Betreten des Geländes verhindern soll, benötigt. „Ich bin jedenfalls gespannt, ob die Kreuzkröte sich wieder dort niederlässt. Dafür muss das Gelände aber entsprechend gepflegt werden und flache Gewässer vorhanden sein“, sagt Morys. Die Umgestaltung des Areals hat mit Zaun 37.000 Euro gekostet.