Itter : Friedhof Itter bekommt Kolumbarium

In der alten Kapelle auf dem Friedhof soll die erste städtische Urnenhalle entstehen. 184 Kammern als Ruhestätten wird es geben. Wird das Angebot gut angenommen, will die Stadt weitere Kolumbarien auf den Friedhöfen einrichten.

Schon seit 1980 wird die kleine Kapelle auf dem Friedhof in Itter nicht mehr als Trauerraum genutzt. Ab August wird sie nun ihrem alten Nutzen wieder zugeführt - gewissermaßen: Dort entsteht dann das erste städtische Kolumbarium. Das ist eine Urnenhalle, die statt eines Grabes als letzte Ruhestätte dient. In kleinen Nischen finden die Urnen dabei ihren Platz, im Falle von Itter wird es 184 Kammern geben, die Platz für bis zu zwei Urnen bieten - falls zum Beispiel Paare zusammen bestattet werden möchten.

"Es wäre schade gewesen, ein so intaktes Gebäude wie die Kapelle ungenutzt zu lassen", sagte Doris Törkel, Leiterin des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes jetzt im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen. Die Politiker dort hatten der Verwaltung vor gut einem Jahr den Auftrag gegeben, auf bis zu zwei städtischen Friedhöfen Kolumbarien einzurichten. "Die Nachfrage nach pflegefreien Grabstätten ist ungebrochen und nimmt weiter zu. Das ist ein Trend, dem sich auch ein kommunaler Träger stellen muss", sagt Törkel. Alle sechs Wochen sitzt ihr Amt mit Bestattern, Steinmetzen und Friedhofsgärtnern an einem Runden Tisch zusammen, immer wieder gab es auch dort Fragen nach einem städtischen Angebot dieser Art. Bekannt sind in Düsseldorf schon die beiden Kolumbarien, die das Bestattungshaus Frankenheim seit mehreren Jahren unterhält.

Mit den 184 Kammern ist das erste städtische Kolumbarium relativ klein, es entsteht auf 73 Quadratmetern Fläche. Die ursprüngliche Gestalt der Kapelle bleibt erhalten, der Innenraum wird derweil in sechs Bereiche geteilt, warmes Licht, ein schwarzer Boden und mattiertes Glas für die Urnenkammern sollen dem Kolumbarium eine ruhige Atmosphäre verleihen. Mit Kerzen- und Blumenhaltern soll es für die Angehörigen außerdem möglich sein, Andenken an der Urnenkammer anzubringen. Auch wird der Name des Verstorbenen auf die Vorderseite des Glases der Kammern eingraviert.

Kosten für die gesamte Maßnahme: 332.400 Euro. Die spätere Gebühr soll dann 1800 Euro pro Nische betragen - der genaue Betrag wird im Oktober von der Gebührenkommission für die Friedhöfe festgelegt. Nach einer Ruhefrist von 20 Jahren besteht dann die Möglichkeit, die Asche auf einem Feld neben der Kapelle beizusetzen. Aber auch eine Verlängerung der Nutzungsrechte ist laut Stadt möglich. Baubeginn für das Kolumbarium soll im August beginnen, eröffnet werden soll die Stätte mit dem offiziellen Namen "Alte Kapelle Itter" dann im Januar 2019. Dieses erste städtische Kolumbarium soll dann auch als Pilotprojekt dienen: Wird das Angebot gut angenommen sollen weitere Ruhestätten dieser Art auf anderen städtischen Friedhöfen folgen.

Die Politiker bewerteten das von Törkel vorgestellte Konzept übereinstimmend positiv. Lob gab es vor allem für die Idee, kein neues Gebäude zu bauen, sondern die alte Kapelle umzugestalten. Es gab aber auch Fragen: Wie zum Beispiel der Zugang für die Angehörigen geregelt wird und wie es mit dem Brandschutz aussieht, wenn Kerzen brennen dürfen. Darum soll es nun in der Feinplanung des Gartenamtes gehen.

(lai)