Itter: Auszeichnung für Therapiehund Quedo

Itter: Auszeichnung für Therapiehund Quedo

Künstlerin Martina Müller-Blecher hat einen Preis entworfen, den sie dem Golden Retriever "Quedo" verliehen hat. Der Hund ist alle zwei Wochen mit seinem Besitzer Stefan Knobel im Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland im Einsatz.

Bei der Preisverleihung im Wohnatelier von Künstlerin Martina Müller-Blecher in Itter schnuppert Quedo neugierig an seiner Auszeichnung. Auf einem kleinen Buchenholzsockel hat die Künstlerin eine goldene Hundefigur drapiert, verbunden mit dem Schriftzug "Quedo, The Best". Sozialpädagoge Stefan Knobel (42) freut sich über die Anerkennung für seinen siebenjährigen Golden Retriever. "Das ist uns bisher noch nicht passiert, dass wir einen Preis bekommen", sagt er. Dabei sind die beiden ein eingespieltes Therapieteam.

Alle zwei Wochen gehen sie donnerstags ins Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland. "Das Tier ist ein Türöffner", sagt sein Besitzer. Oft hat Quedo Erfolg, wo Ärzte und Therapeuten schon mal an ihre Grenzen stoßen. Der Hund ist nicht nur zum Kuscheln da: "Kinder können nah an Quedo gelagert werden und werden durch den Kontakt zum Hund entspannt und ruhig", sagt Stefan Kobel. Manchmal sinkt ein hoher Puls oder es huscht plötzliche ein Lächeln über das Gesicht. Einige Kinder begrüßen den Hund, man redet miteinander oder spielt mit ihm.

Martina Müller-Blecher, die auch unter ihren Initial-Kürzeln MMB firmiert, hatte über einen RP-Artikel von Quedo erfahren. "Schnell war mir klar, dass er einen meiner persönlichen MMB-Winner verdient", sagt sie. Diese individuellen Preise hat die Künstlerin kreiert und in den vergangenen Jahren an verschiedene Personen und Tiere verliehen. Auch der kürzlich gestorbene Otter "Nemo" aus dem Aquazoo kam schon in den Genuss einer Auszeichnung. Warum nun Quedo einen Preis erhält? "Mich begeistert das Engagement von Stefan Knobel und seinem Hund", sagt sie.

Der Golden Retriever ist mit Herrchen Stefan Knobel nicht nur ein gern gesehener Gast im Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland, zusammen sind sie auch in drei Altenheimen und im Krankenhaus im Einsatz. "Ein Therapiehund muss wesensfest und arbeitsfreudig sein. Er darf keine Aggressionen zeigen", sagt Stefan Knobel. Außerdem muss er gerne von sich aus auf Menschen zugehen. Quedo hat all diese Eigenschaften. Er ist ein ausgebildeter Therapiehund und wurde vom Deutschen Berufsverband für Therapie- und Behindertenbegleithunde geprüft. Bevor es so weit war, hat der junge Golden Retriever schon früh wichtige Dinge erlernt: Vom Straßenbahnfahren über die Konfrontation mit lauten Geräuschen wie dem Martinshorn, Besuche in Einkaufszentren mit vielen Eindrücken und Gerüchen bis hin zum Kontakt mit Menschen verschiedenster Altersstufen, lernte er verschiedenste Alltagssituationen kennen.

"Ab der 12. Woche hat mich Quedo für dreieinhalb Jahre zur Arbeit in einem Wohnhaus für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung begleitet", beschreibt Stefan Knobel. Quedo wurde dort sowohl im pädagogischen Bereich als auch in der Therapie eingesetzt.

Gemeinsam mit dem Hund entstehen dann auch besondere Momente. Quedo zeigt Zuneigung unabhängig von Aussehen oder körperlichen und geistigen Fähigkeiten seines Gegenübers. "Der Hund wählt nicht aus", sagt Stefan Knobel. Im Seniorenheim gelingt das sogar bei bettlägerigen Menschen, die nicht mehr selbst aktiv sein können.

(RP)