Pempelfort: Fußgängerbrücke für Friedhof Golzheim

Pempelfort: Fußgängerbrücke für Friedhof Golzheim

Eine neue Verbindung über die Klever Straße soll beide Teile der historischen Anlage wieder zusammenführen. Der Verein "Der Golzheimer Friedhof soll leben" legt Architektenpläne vor. Der U-Bahnhof bekommt zweite Hinweistafel.

Eine Fußgängerbrücke quer über die Klever Straße soll die beiden Teile des alten Golzheimer Friedhofs wieder miteinander verbinden. Die Straße trennt seit 1905 das historische Gräberfeld in zwei Hälften. Der Verein "Der Golzheimer Friedhof soll leben" schlägt nun den Bau einer fußläufigen Überquerung der Straße vor, um die Grünanlage wieder zu einer Einheit zu verschmelzen. Es gibt bereits einen konkreten Entwurf für die "Golzheimer Friedhofsbrücke". Er stammt von dem Düsseldorfer Architekten Jochen Boskamp, dem ehemaligen Präsidenten des Bundes Deutscher Architekten, der 2000 für seine Umgestaltung des Tanzhauses NRW die Auszeichnung "Vorbildliche Bauten in Nordrhein-Westfalen" erhalten hat und der auch an der Tieferlegung der Rhein-Uferstraße beteiligt war.

Boskamp schlägt eine 4,50 Meter hohe und gut zwei Meter breite Brücke vor. Die Steigung soll vier Grad betragen und barrierefrei sein. Die Brücke wird die Fußweg-Achsen auf beiden Friedhofsteilen wieder miteinander verbinden. Die geplante Stahlkonstruktion mit vier Tragrohren jeweils rechts und links lässt die Sichtachse über die Klever Straße frei. Zudem nimmt die Konstruktionsform optisch Bezug auf die Hafenbrücke in Höhe der Gehry-Bauten und soll so einen städtebaulichen Akzent setzen. Denn sie stellt nach Ansicht der Planer ebenso wie die Hafenbrücke einen wichtigen "Lückenschluss" in einer Wegeverbindung dar.

Die Brücke wird eine Gesamtlänge von 85 Metern haben, also 15 Meter kleiner sein als die Hafenbrücke. Eine genaue Kostenaufstellung existiert noch nicht, dennoch will der Friedhofsverein im kommenden Jahr mit dem Plan in die Öffentlichkeit gehen und um Sponsoren und Mäzene werben. Die Friedhofsbrücke soll auch zum Thema von studentischen Arbeiten werden: Es liegen zwei Angebote vor, von der Düsseldorfer Fachhochschule und der RWTH Aachen.

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"Wir möchten außerdem, dass ein großes Kreuz die Brücke zieren soll, damit sie auch tatsächlich als Friedhofsbrücke erkennbar wird", sagt Dieter Sawalies, der zweite Vorsitzende des Vereins. Auch ein Schriftzug "Golzheimer Friedhofsbrücke" ist nach seinen Angaben geplant. "Dann weiß jeder, hier befindet sich ein Friedhof." Ob sich die Ergo-Stiftung des benachbarten Versicherungskonzerns am Projekt beteiligt, ist noch offen. Der Verein ist im Stiftungsrat nicht vertreten. Die Stiftung war im Anschluss an den, von Bürgern zunächst bekämpften, inzwischen aber fertiggestellten Versicherungsneubau zur Pflege des Friedhofs von beiden Seiten gemeinsam gegründet worden. Doch der Verein hat noch weitere Pläne: So hat auf seine Initiative hin die Rheinbahn jetzt zugesagt, am U-Bahnhof Victoriaplatz/Klever Straße im Zuge des aktuellen Fahrstuhlbaus dort auch am Südeingang eine detaillierte Hinweistafel auf den Golzheimer Friedhof zu installieren wie es sie am Nordeingang bereits gibt. "Der Bahnhof müsste ja eigentlich ohnehin Golzheimer Friedhof heißen, weil er viel näher am Friedhof als am Victoriaplatz liegt", meint Sawalies.

Ein drittes Projekt des Vereins ist die Aufstellung von Patenschaftsschildern an den noch nicht vergebenen Grabstellen auf der Anlage. 75 der 350 Gräber werden inzwischen von Paten betreut. Die kleinen Schilder werden neben dem Logo des Vereins "Der Golzheimer Friedhof soll leben" eine Nummer aufweisen, unter der im Grabmal-Verzeichnis Informationen über die jeweilige Ruhestätte nachgelesen werden können. Außerdem sind Kontaktdaten des Gartenamts aufgeführt, das die Paten betreut und die erforderliche Urkunden ausstellt. Rund 900 Euro kosten die Schilder voraussichtlich. In der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung 1 wird ein Antrag auf Finanzierungshilfe für den Verein auf der Tagesordnung stehen.

Rund 40 Mitglieder trafen sich jetzt zu einer von Pater Elias H. Füllenbach geleiteten Andacht anlässlich des Allerseelentages auf der Anlage. Sie hatten Hunderte kleiner Teelichter auf die Gräber gestellt und stimmten Gebete und Gesänge an. Ein junger Gesangssolist intonierte ein Schubert-Lied nach dem Text des Düsseldorfer Dichters Johann Georg Jacobi.

(RP)
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