Düsseldorf: Blumenschmuck für die Spee'sche Kapelle

Düsseldorf: Blumenschmuck für die Spee'sche Kapelle

Der Heimat- und Bürgerverein Lohausen setzt sich immer wieder für den Erhalt historischer Gebäude und Denkmäler ein. Nun hat er die Patenschaft für die Spee'sche Kapelle übernommen.

An der Niederrheinstraße steht eine kleine romanische Kapelle. Sie wurde 1839 erbaut und erinnert an den Grafen Franz von Spee. Lange wurde das kleine Bauwerk wenig beachtet. Das soll sich nun ändern. Der Heimat- und Bürgerverein Lohausen hat die Patenschaft für die Gedächtniskapelle übernommen und möchte sie bekannter machen und pflegen. Um grundlegende Sanierungsmaßnahmen hat sich bereits vor fünf Jahren die Familie von Spee gekümmert, in deren Besitz sich das Gebäude befindet. Damals wurden auch Platanen gefällt, deren Wurzeln das Fundament angehoben und das Mauerwerk beschädigt hatten.

Mitglieder des Bürgervereins sind nun dem kleinen Garten, der die Kapelle umgibt und völlig verwildert war, zu Leibe gerückt. Unkraut wurde gejätet, wilde Brombeerpflanzen entfernt und Büsche zurückgeschnitten. Künftig sollen wieder Blumen wie Hortensien, Flieder oder Sommerhibiskus dort blühen. Bis es so weit ist, werden große Schalen mit Blumen vor dem Eingang aufgestellt. Außerdem übernimmt der Verein kleine Verschönerungen, hat beispielsweise die vier Holzkniebänke in der Kapelle behandelt. "Die Bezirksvertretung hat zudem auf unsere Anregung hin eine Bank beantragt, die vor der Kapelle aufgestellt werden soll", sagt Vereinsvorsitzender Siegfried Küsel. Er möchte künftig Führungen an dem kleinen Gotteshaus anbieten.

"Es ist wichtig, die Historie Kindern und Jugendlichen zu vermitteln. Damit schafft man ein Heimatgefühl", sagt Küsel. So markiert die Kapelle die Stelle, an der Reichsgraf Franz von Spee am 14. Mai 1839 zu Tode kam. Er war zu jener Zeit auf der Niederrheinstraße von Schloss Heltorf nach Düsseldorf unterwegs gewesen, die damals noch durch die Felder führte. Der Graf, der als hoher Beamter in Düsseldorf tätig war, wollte zu einer Sitzung des Ausschusses der Gefängnisgesellschaft, der er als Präsident vorstand. Er war als Wohltäter bekannt, hatte beispielsweise bei der Gründung eines Asyls für entlassene weibliche Strafgefangene in Kaiserswerth mitgewirkt und sich in vielen wohltätigen Organisationen engagiert.

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Auf seinem Weg ereilte den Grafen aber ein Schlaganfall. Er wurde noch in ein Haus an der Landstraße getragen, wo er aber auf einem Stuhl verstarb, bevor die aus Kaiserswerth herbeigerufene ärztliche und geistliche Hilfe sowie die Familie eintreffen konnten. Das kleine Sterbehaus befindet sich heute noch hinter der Kapelle, der Stuhl hingegen wurde mit einer Gedenkinschrift versehen und steht in einer Kapelle in Schloss Heltorf.

Die Gedächtniskapelle selbst wurde von August von Spee, dem Sohn des Reichsgrafen, in Auftrag gegeben. Sie wurde nach Plänen des Architekten und Künstlers Rudolf Wiegmann erbaut, der damals Professor für Perspektive und Baukunst sowie Mitglied des Künstlervereins Malkasten war.

(brab)
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