Pempelfort: "Einfach nur für die Menschen da sein"

Pempelfort: "Einfach nur für die Menschen da sein"

Der Verein "Vision:Teilen", eine franziskanische Initiative, residiert seit kurzem an der Schirmerstraße.

In der kleinen Küche liegen zahlreiche Brote und Kuchen, in einem großen Thermosbehälter steht kochend heißes Wasser bereit und in den Regalen liegen ordentlich gefaltet Pullis, Hemden und andere Oberbekleidung. Seit März residiert der Verein "Vision:Teilen", eine franziskanische Initiative gegen Armut und Not, im Haus Schirmerstraße 27. Bereits seit zwei Jahren ist dort die Ehrenamtsstelle des Vereins angesiedelt.

"Als vergangenes Jahr bekannt wurde, dass das Franziskanerkloster, unser früherer Sitz, verkauft werden soll, bot sich dieses Haus als neue Adresse an", berichtet Bruder Peter Amendt, der Leiter der Einrichtung. "Denn wir sind hier Teil der Eigentümergemeinschaft. Allerdings bezahlen wir regulär Miete, denn das Haus stammt aus den Zwanziger Jahren und muss ja in Betrieb gehalten gehalten werden."

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Zentrale Aktion des 2008 gegründeten Vereins ist der "Gutenachtbus": Viermal die Woche (bald sollen es fünfmal werden) jeweils ab 21 Uhr wird dieser Bus mit Brot, Gebäck (gestiftet von einer nahen Bäckerei), heißen Getränken, Suppen, Kleidung und Decken bestückt. Um 22 Uhr setzt sich der Wagen, ein Sprinter, dann in Richtung Altstadt in Bewegung: Zuerst wird am Dominikanerplatz Station gemacht, danach geht es zum Hauptbahnhof. "Wir nennen das aufsuchende Hilfe", sagt Amendt. Denn im Vordergrund stehe nicht die Verpflegung, sondern Gastfreundschaft. "Wir wollen einfach da sein für die Menschen auf der Straße, ihnen das Gespräch anbieten." Denn diejenigen, so Amendt, die da auf der Straße lebten, seien meist schon lange obdachlos. "Die haben schon alle sozialen Einrichtungen durch. Deshalb gestalten wir unser Projekt bewusst niedrigschwellig." Neben einer Sozialarbeiterin engagieren sich ausschließlich ehrenamtliche Helfer. "Alle Berufssparten sind vertreten, Uni-Dozenten wie auch Arbeitslose." Bis zu 60 Personen kommen jeden Abend zum "Gutenachtbus. "Diese Menschen suchen das Gespräch", sagt Ulrich Fezer, einer der ehrenamtlichen Helfer. "Man merkt, dass sie einen Haltepunkt in ihrem Leben brauchen und dass ihnen Kommunikation wichtig ist." Fezer bereitet nun ein weiteres Angebot vor: Unter dem Motto "Hallo Nachbar!" sollen vereinsamte Menschen besucht werden. Über die Kirchengemeinden werden derzeit Kontakte geknüpft. Außerdem sollen unter anderem in den Fahrzeugen der Rheinbahn Flyer verteilt werden. Fezer: "Wir wissen, dass viele Menschen sich oft aus Scham nicht trauen, Hilfe anzunehmen und sich lieber zurückziehen. Da wollen wir vermitteln und Brücken bauen." Bisher sind fünf ehrenamtliche Helfer dabei.

Mit einem Sommerfest am, Sonntag von 11 bis 17 Uhr im Innenhof des Hauses Schirmerstraße 27 will der Verein "Vision:Teilen" gezielt Menschen aus der Nachbarschaft einladen – und vielleicht auch neue Helfer gewinnen.

(RP)
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