Benrath-Paulsmühle: Karnevalszug 2018 unter Freunden

Benrath: Ein Zug unter Freunden

Nach einem Jahr Pause luden die Paulsmühler Jecken am Samstag wieder zum Veedelszug. Fast wäre deren Wagen nicht dabei gewesen.

Für die Paulsmühler Jecken war es ein Tag, der wieder einmal bewies, wie viel Wahrheit doch in den rheinischen Weisheiten steckt. Sowohl "Echte Fründe ston zesamme" als auch "Et hätt noch emmer joot jejange" passten bestens. Melina Schulze, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Benrath, und den Paulsmühler Jecken freundschaftlich verbunden, organisierte den Jecken in letzter Sekunde einen Ersatztraktor für das vereinseigene defekte Gefährt.

Der hatte am Samstagmorgen den Geist aufgegeben, obwohl er am Freitag bei der Probe - versehen mit einer neuen Batterie - gut angesprungen war. Weder gutes Zureden noch der Einsatz eines Überbrückungskabels half; so dass Melina Schulze beherzt zum Telefon griff und ihre Freundin Meike Weißburg anrief. Die betreibt zusammen mit ihrem Mann die "Dog Ranch" an der Düsseldorfer Straße, gleich hinter der Stadtgrenze. Um die 30 Pensionspferde zu füttern, unterhält die Familie eine eigene kleine Landwirtschaft, zu der natürlich ein moderner Traktor gehört. Meikes Mann Mike Weißburg ließ nach dem Hilferuf aus Benrath sofort die Arbeit auf dem Feld ruhen, schnappte sich seinen elfjährigen Sohn Finn und kam den Paulsmühler Jecken zu Hilfe.

Nur so konnte der kleine Karnevalsverein aus dem Benrather Osten überhaupt mit seinem Festwagen am eigenen Veedelszug teilnehmen. Nicht auszudenken, wenn man gerade in diesem Jahr mit dem mit Kamelle bis unters Dach bestückten Gefährt hätte passen müssen. Denn es sollte für die Paulsmühler Jecken, die sich im Herbst 2016 neu sortierten und deswegen im vergangenen Jahr auch aus Kostengründen den Veedelszug ausfallen ließen, auch ein Neuanfang werden.

Wahrscheinlich war es aber auch der einjährigen Pause geschuldet, dass weniger Gruppe als sonst sich auf den Weg durch die Paulsmühle machten. Wie immer dabei war die Gruppe "Wir sind Mönchgraben". sonst als jecke Nonnen und Mönche unterwegs, lautete das Motto der Fußgruppe auf die vielen Baustellen im Viertel kreativ umgemünzt in diesem Jahr "Wir sind Baugraben".

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Zum ersten Mal zogen die Benrather Schlossnarren mit einer Abordnung beim Paulsmühler Zug mit; mit ihrem kleinen Mottwagen, der eine große rosafarbene Torte zierte. Der große Festwagen wird erst beim heutigen Rosenmontagszug in den Dienst genommen; der hätte gar nicht durch die teilweise engen oder zugeparkten Straßen gepasst.

Im Schneckentempo zog der närrische Lindwurm am Nachmittag durchs Viertel und die Teilnehmer warfen jede Menge Kamelle unters Volk. Das war an einigen Stellen etwas rarer gesät als üblich - was wohl dem fiesen Nieselregen und der Kälte geschuldet war. Aber vor allem auf den letzten Metern hin zur Heimstätte der Paulsmühler Jecken am Bunker in der Paulsmühlenstraße knubbelten sich am Straßenrand die kostümierten Familien.

Damit die Paulsmühler am Sonntag beim Veedelszug durch Hassels und Reisholz teilnehmen konnten, hatte sich Mike Weißenburg noch einmal bereit erklärt, seinen Traktor samt seiner Einsatzzeit zur Verfügung zu stellen.

(rö)