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In Düsseldorf gab es Durchsuchungen an der Uni und der Fachhochschule: Razzia gegen Raubkopierer

In Düsseldorf gab es Durchsuchungen an der Uni und der Fachhochschule : Razzia gegen Raubkopierer

Düsseldorf/Köln (dto). Bei der bislang größten Razzia gegen Computerhacker in Sachen Musik- und Filmpiraterie in Deutschland hat die Polizei mehr als 130 Privat- und Büroräume in 15 Bundesländern durchsucht. In Nordrhein-Westfalen hat es 29 Durchsuchungen gegeben, 84 Internet-Server wurden beschlagnahmt. In Düsseldorf lag der Schwerpunkt der Aktion an der Heine-Universität und der Fachhochschule, sagte ein Polizeisprecher.

Die insgesamt 126 Beschuldigten sollen als deutsche Mitglieder des Internetforums "Liquid FXP" eine Art Tauschbörse für Raubkopien von aktueller Software, Spielen, Filmen und Musik betrieben haben, wie das Bundeskriminalamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die federführende Staatsanwaltschaft Köln ermittle wegen des Verdachts der Computersabotage, Datenveränderung und anderer Straftaten.

In Düsseldorf tauchten die Fahnder in den Rechentzentren der Heinrich Heine Universtät und der Fachhochschule auf. Die Ermittlungen würden sich allerdings nicht gegen die Hochschulen richten, sondern gegen Dritte, die sich der Server der Uni und der Fachhochschule bedient hätten, so ein Polizei-Sprecher. Auch einige Privathäuser und Firemn wurden in Dsüsseldorf durchsucht. Weitere Einzelheiten wollte der Polizei-Sprecher nicht nennen.

Nach Erkenntnissen der Ermittler gehörten dem Forum insgesamt 476 Mitglieder aus 33 Staaten an. Sie hätten sich in einer streng hierarchischen Gliederung arbeitsteilig am illegalen Eindringen in fremde Server und dem Kopieren der Software beteiligt. Die Forumsmitglieder stellten laut BKA Sicherheitslücken bei weltweit 11.820 Servern fest. Die Beschuldigten hätten diese gehackt und anschließend eigene Server installiert, um dort insgesamt mehr als 2.500 Raubkopien für alle Mitglieder zugänglich zu machen. In Deutschland sei auf diese Weise in insgesamt 619 Server von 344 verschiedenen Firmen und Institutionen eingedrungen worden.

Den Hackern auf die Schliche kamen Polizei und Staatsanwaltschaft bei Ermittlungen wegen des Verdachts der Kreditkartenfälschung. Am vergangenen Dienstag wurden dann bei der ersten bundesweiten Razzia gegen Mitglieder eines Internetforums zeitgleich 132 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und Tausende CDs, DVDs, Disketten, Mini-Disks und Festplatten sichergestellt. Festnahmen wurden zunächst nicht gemeldet. Am Donnerstag sollten auch noch 337 der betroffenen Firmen und Institutionen durchsucht werden, um weiteres Beweismaterial sicherzustellen.

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums waren die Ermittlungen gegen die Raubkopierer auf Initiative der Polizei des Rhein-Erft-Kreises ins Rollen gekommen. "Kriminalisten und Computerfachleute arbeiten eng zusammen, um gezielt gegen diese Art von Straftätern vorzugehen", betonte Landesinnenminister Fritz Behrens.