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Düsseldorf: MS-Hilfe muss sich neue Bleibe suchen

Düsseldorf : MS-Hilfe muss sich neue Bleibe suchen

Die evangelische Kirchengemeinde hat das Areal ihres Gemeindezentrums an der Schützenstraße verkauft. Der Verein für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) muss deswegen bis Ende Oktober seine Beratungsstelle räumen.

Für viele Menschen mit Multipler Sklerose ist die Beratungsstelle an der Schützenstraße durch alle Phasen der Krankheit hinweg eine wichtige Anlaufstelle. Ehrenamtliche Mitarbeiter beraten die zurzeit 700 MS-Betroffenen in Düsseldorf und der Region, wenn sie nicht wissen, wie sie mit der Autoimmunkrankheit umgehen sollen, wie sie ihren Alltag, ihr Leben bewältigen sollen, wenn die Behinderung immer weiter fortschreitet.

Doch nun muss sich der Verein für MS-Betroffene eine neue Bleibe suchen: Denn die evangelische Kirche hat ihr rund 1400 Quadratmeter großes Areal an der Schützenstraße, auf dem seit 2005 auch die MS-Beratungsstelle untergebracht ist, an einen Investor verkauft, der vor allem Wohnungen bauen will. Bis Ende Oktober muss der Verein ausgezogen sein. Vereinsvorsitzende Gisa Berghof sucht nach einem neuen Standort - doch bislang vergebens.

Denn auf dem Gelände der evangelischen Kirchengemeinde sind die Bedingungen für die Vereinsarbeit geradezu ideal. Der Verein profitiert von der Angliederung, darf zum Beispiel die Räumlichkeiten des Gemeindezentrums für Vorträge nutzen. Auch die behindertengerechten Toiletten und die günstige Miete für die 80 Quadratmeter große Beratungsstelle sind optimal für die Arbeit, die sich ausnahmslos aus Spenden finanziert.

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"Eine vergleichbare Immobilie an einem zentralen Standort in Düsseldorf zu finden, die nicht mehr als 500 Euro Miete kostet, wird schwierig", sagt Vereinsvorsitzende Gisa Berghof. Weil sie weiß, dass auch viele andere Vereine und ehrenamtliche Beratungsstellen Schwierigkeiten haben, eine kostengünstige und dennoch zentrale Räumlichkeit für ihre Arbeit zu finden, könnte sich Berghof eine Zusammenarbeit mit anderen Vereinen in der Stadt vorstellen: "Es gibt doch bereits Ärztehäuser, wo Experten unterschiedlicher Disziplinen zusammenarbeiten. Warum sollten das nicht auch Vereine tun? Wir hätten unglaubliche Synergieeffekte, könnten zum Beispiel Vortragsräume oder auch Küche und Kopierer gemeinsam nutzen."

Unterstützung bekommt der Verein für Multiple-Sklerose bereits seit Längerem von verschiedenen Einrichtungen in der Stadt. So finden die Malkurse für MS-Betroffene zum Beispiel im Stadtmuseum statt, und am Marien-Hospital will man mit Räumlichkeiten unterstützen. Doch Gisa Berghof weiß, dass es für Betroffene wichtig ist, nach all den Arztterminen, die sie in der Regel schon hinter sich haben, nicht erneut ein Kranken- oder Ärztehaus aufsuchen zu müssen.

700 Menschen aus Düsseldorf und angrenzenden Städten wie Hilden, Erkrath und Mettmann werden vom Verein betreut. "Wir machen vielen Betroffenen Mut, bieten Hilfe in allen Lebensphasen", sagt Berghof. Ob Fahrdienste, Gedächtnistrainings, gemeinsame Besuche von Ausstellungen, Sportangebote, regelmäßige Gruppentreffen oder Informationen über Therapien und arbeitserhaltende Maßnahmen: Ein großes Team aus Therapeuten, Pädagogen und Beratern hilft den MS-Erkrankten - ab Herbst wahrscheinlich an einer neuen Adresse.

(RP)