1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Ernte trotz Orkans ertragreich

Düsseldorf : Ernte trotz Orkans ertragreich

Die Bauern haen nun den Großteil des Getreides einfahren können, obwohl die Ernte immer wieder von Regen unterbrochen werden musste. Mit dem Ertrag ist man zufrieden. Nun beginnen die Arbeiten für die nächste Aussaat.

Bis in die Nacht rollten in den zurückliegenden Wochen die Mähdrescher über die Felder rund um Düsseldorf. Jede trockene Minute wurde ausgenutzt, um die Ernte einzuholen. Auch der Wittlaerer Landwirt Joachim von Holtum hat harte Arbeitstage hinter sich, die teilweise von 8 Uhr morgens bis 22 Uhr dauerten. Bis zu zwölf Stunden hat er dann auf seinem Mähdrescher gesessen. Für die zuvor anstehende Wartung, Betankung und Säuberung der Maschinen kamen oft noch drei weitere Arbeitsstunden hinzu. Doch der Einsatz hat sich gelohnt. "Wir haben eine gute Ernte. Diese hätte allerdings noch viel besser ausfallen können, wenn der Sturm Ela nicht für Schäden gesorgt hätte", sagt von Holtum, der Vorsitzender der Ortsbauernschaft Düsseldorf-Nord ist. Die am Pfingstwochenende vom Wind niedergedrückten Halme hatten sich nicht bis zur Ernte wieder aufgerichtet, so Holtum. Teilweise wurden die Ähren deshalb nicht von den Erntemaschinen erfasst.

Dafür kann sich die Qualität sehen lassen. So hat das Korn oft mit 15 Prozent Feuchtigkeit den idealen Wert erreicht. "Beim Dinkel haben wir eine gute Qualität. Bei Weizen hätte diese etwas besser sein können", sagt der Landwirt. Das gute Ergebnis wird sich aber nicht unbedingt im Geldbeutel der Landwirte niederschlagen. Weltweit wird mit einer guten Ernte gerechnet, so dass die Getreidepreise in diesem Jahr niedriger ausfallen dürften als im Vorjahr. "Aber vielleicht ändert sich da ja noch etwas in den nächsten Monaten", hofft Joachim von Holtum.

  • Ungewohntes Bild am Hof der Familie
    Wetter bereitet Landwirten Sorgen : Schnee und Regen – Einbruch bei Spargelernte droht
  • Anbau in Kaarst : So schützen die Obstbauern ihre Ernte vor dem Frost
  • Noch steht hier Feldgras: Georg Michaelis
    Gartenglück am Kockenhof : Bauer aus Grietherbusch verpachtet Land an Hobbygärtner
  • Spargelstecher auf den Feldern des ehemaligen
    Die Geschichte des Spargelanbaus in Walbeck : Ein Dorf und seine geliebte Delikatesse
  • Imker aus Neuss betroffen : Sieben Bienenvölker gestohlen
  • Thorsten Clemens baut in Leuth seit
    Themenwoche Was wir essen : Fenchel wird immer beliebter

Noch im vollen Gang ist die Ernte auf den Feldern rund um Hubbelrath und Knittkuhl. Mehr Regen als im Düsseldorfer Norden, eine 60 Meter höhere Lage und schwere Böden sind für den späteren Erntebeginn die Ursache. Hier werden noch dringend einige Sonnentage gebraucht, um das restliche Korn trocken einholen zu können.

Die Arbeit auf dem Feld ist danach aber noch lange nicht beendet. Nachdem das Stroh abgefahren wurde, müssen die Flächen jetzt für die nächste Saat vorbereitet werden. Dafür wird das Feld zunächst gegrubbert, also durchgeharkt. Dabei werden Unkrautsamen, die sich auf dem Acker befinden, in die Erde eingebracht. Entwickeln sich daraus Pflanzen, werden diese anschließend untergepflügt und damit vernichtet. "Diese mechanische Bekämpfung ist ökologisch und spart uns Unkrautvernichtungsmittel", sagt von Holtum. Danach wird die sogenannte Zwischensaat wie beispielsweise Senf ausgesät. Die Zwischensaat wird nicht verwertet, sondern dient nur zur Verbesserung der Bodenqualität, da sie unter anderem Stickstoff im Boden bindet und Erosion verhindert. Die Pflanzen werden später gemulcht, also klein gehäckselt, und verrotten danach auf dem Feld. Das sorgt für den Humusaufbau und eine größere Fruchtbarkeit des Bodens.

Und dann hoffen die Landwirte, dass der Winter etwas strenger als im vergangenen Jahr ausfällt. "Die Populationen der Schädlinge wurden durch die milde Witterung kaum dezimiert", sagte Bauer Wolfgang Bergermann gegenüber unserer Zeitung. Er bestellt unter anderem in Knittkuhl und Hubbelrath 120 Hektar mit Weizen, Gerste, Zuckerrüben und Raps. Die Ernte 2014 will er aber erst beurteilen, wenn alles in den Scheunen und Silos ist.

(RP)