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Pro und Contra: Braucht die Stadt einen Männer-Beauftragten?

Pro und Contra : Braucht die Stadt einen Männer-Beauftragten?

Sollte es in Düsseldorf wie in Nürnberg einen Männer-Beauftragten geben? Unsere Kommentaroren sind unterschiedlicher Auffassung.

Erfrischend unideologisch hat Matthias Becker seine Arbeit präsentiert. Ihm geht es nicht um eine neue Facette in einer mitunter unversöhnlich geführten Gender-Debatte, sondern um Hilfe, Ermunterung und Gerechtigkeit. So berichtete er von einem jungen Vater, der nach einer problematischen Geburt drei Monate lang sein Kind allein betreute, weil die Mutter dazu nicht in der Lage war. Dann kamen die Trennung und das Urteil des Gerichts, dass er eben dieses Kind nur drei Stunden pro Woche bei sich haben darf. Und auch der Hinweis, dass nur drei bis vier Prozent der Männer mehr als die "üblichen" zwei Vätermonate nehmen, weil sie sich nichts anderes trauen, belegt den Handlungsbedarf. Genauso wie die Gleichstellungspolitik mit der Brechstange, die in NRW dazu führt, dass auch minderqualifizierte Frauen bevorzugt befördert werden. Je eher einer wie er im Rathaus mitarbeitet, desto besser für Düsseldorf.

joerg.janssen@rheinische-post.de

Nichts ist typischer deutsch als der Ruf nach dem Staat, wenn es Probleme gibt. Und nichts ist typischer Verwaltung als der Drang, für alles und jedes eine neue Stelle zu schaffen. So verhält es sich auch mit der Einrichtung des Männer-Beauftragen. Selbstverständlich gibt es männer- und väter-typische Probleme, die der Beratung und Hilfe bedürfen. Aber warum muss man dafür gleich wieder einen neuen, teuren Posten aus dem Hut zaubern? Es besteht die Gefahr, dass im Rathaus Prioritäten falsch gesetzt werden. Die Wohnungsnot etwa ist ein Problem für Männer, Frauen, Familien. Bauwillige Investoren aber müssen Monate, Jahre auf eine Genehmigung warten, weil für die Prüfung der Anträge zu wenig Mitarbeiter im Amt sind. Die Ressource "Stellen" sollte nicht weiter verknappt werden, in dem man Kapazitäten bündelt, wo längst andere (Gleichstellungsbeauftragte) gute Dienste tun.

thorsten.breitkopf@rheinische-post.de