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Pempelfort: Baupfusch an der Sternstraße

Pempelfort : Baupfusch an der Sternstraße

Das Loch, das sich am Donnerstag unter den Bahngleisen auftat, entstand nach Angaben der Stadt durch Jahrzehnte alte bauliche Mängel. Einen Zusammenhang mit Kanälen gebe es nicht. Seit Freitagabend ist die Straße wieder frei.

Seit Freitagabend läuft der Verkehr wieder wie gewohnt durch die Sternstraße. Das Loch, das sich am Donnerstag plötzlich unter den Straßenbahngleisen aufgetan hatte, wurde nach eingehenden Prüfungen wieder verschlossen. Die Ursache für das Wegbrechen des Untergrundes war nach Angaben von Stadt und Rheinbahn mitnichten ein Problem mit Kanälen oder Wasserrohren, sondern die Beschaffenheit des Erdreichs. Roland Hahn, stellvertretender Leiter des Amts für Verkehrsmanagement, sprach Freitag von einer "nicht untergrundtauglichen" Schicht.

Welches Bodenmaterial befand sich an der Stelle und warum? Das Loch entstand in der Schicht unterhalb der Straßendecke, welche selbst intakt war. Es förderte eine "komische pappige Mischung aus Sand und Splitt" zutage, sagte Hahn. Als idealer Unterbau für die Deckschicht einer Straße gilt ein Gemisch aus Kies und Schotter mit Verdichtungen — damit wurde das Loch gestern auch verfüllt. Hahn sprach von einer "Altlast aus den späten 70er oder frühen 80er Jahren": "Damals standen auch mehrere Baufirmen vor dem Kadi, weil sie die Vorgaben der Stadt nicht erfüllt hatten."

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Warum tat sich das Loch gerade jetzt auf? Vermutlich wurde der Untergrund über Jahrzehnte hinweg durch Regenwasser unterspült, dadurch entstanden Hohlräume.

Gibt es einen Zusammenhang mit Kanälen oder Wasserrohren? "Das haben wir zunächst vermutet", sagte Hahn. Kanäle laufen in der Regel in der Mitte von Straßen, somit auch häufig unter Straßenbahngleisen. Von ihnen zweigen dann nach links und rechts die Hausanschlüsse ab. Das Kanalbauamt prüfte den begehbaren Kanal von innen und außen, die Stadtwerke untersuchten die Trinkwasserleitung und die Hausanschlüsse. Ergebnis: "Keine Beanstandungen."

Ist die ganze Sternstraße mit solch minderwertigem Material unterfüttert — und sind das auch andere Straßen? Das weiß niemand. Er könne diesbezüglich für seine Vorgänger und Vorvorgänger im Amt nicht die Hand ins Feuer legen, sagte Hahn: "Es gibt aber keine Indizien, dass das auf der ganzen Straße so ist. Wir können jedoch auch schlecht die ganze Stadt aufreißen." Doch egal was bautechnisch in der Vergangenheit schiefgelaufen sei — "zu viel Schindluder kann auch nicht getrieben worden sein, sonst würden sich in unserem 1300 Kilometer langen Straßennetz alle Naselang irgendwo Löcher auftun."

Gibt es weitere Fälle? Ein ähnlicher, aber kleinerer Fall ereignete sich just Freitagvormittag an der Düsselstraße in Unterbilk. "Dort ist auf einem Parkstreifen ein kleines Loch entstanden", so Hahn. Die Fälle von Rohrbrüchen und Unterspülungen von Gleisbetten in der jüngeren Vergangenheit hingegen seien gänzlich anders geartet gewesen.

Welche präventive Maßnahmen verfolgt die Stadt? Sie unterhalte eine zwölfköpfige Truppe von Kontrollgängern, die von früh bis spät die Straßenoberflächen in der Stadt prüfen, sagt Hahn: "In erster Linie dort, wo viel Verkehr ist, sowohl in Form von Autos als auch in Form von Fußgängern." Also besonders in der Innenstadt, dann sternförmig auch in die Stadtteile hinein. "Das ist gut investiertes Geld", sagt Hahn.

Wer zahlt für die Ausbesserungen? In der Regel die Stadt. In Fall der Sternstraße hat nun zunächst die Rheinbahn eine Fremdfirma beauftragt, den Schaden zu beheben — "weil er sich im Gleisbereich befand", sagte Sprecherin Heike Schuster. "Das weitere Verfahren ist noch unklar, weil es keinen Verursacher oder Schuldigen gibt. Auch eine Kostenberechnung gibt es noch nicht." Hahn sagte jedoch, die Kosten dürften sich auf 12 000 bis 15 000 Euro belaufen: "Wir gehen davon aus, dass in diesem Fall die Rheinbahn zahlt. Wegen unserer Arbeitsteilung stellen wir dafür die Kosten für die Einrichtung der Baustelle und die Umleitungen nicht in Rechnung."

(RP)