Dormagen: Christbaumständer sind Kunst

Dormagen: Christbaumständer sind Kunst

Eine neue Ausstellung im Kreismuseum Zons zeigt ab morgen eine große Vielfalt historischer Christbaumständer. 84 gusseiserne Steck-Vorrichtungen mit feinem Dekor stammen aus der Sammlung Geldmacher.

Heute sind sie eher praktisch, aus Plastik und meist schlicht, doch vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es reichlich verzierte Tannenbaumständer mit vielen verschiedenen Motiven: Tannenzweige, Engel, Wichtel, Glocken, eine Krippe oder geometrische Formen ergaben ein kleines Kunstwerk für sich. Diesem ansonsten eher unscheinbaren Gegenstand hat jetzt das Kreismuseum Zons die Weihnachts-Ausstellung "Unentbehrlich! Historische Christbaumständer aus der Sammlung Geldmacher" gewidmet.

Ab morgen sind 84 gusseiserne Halterungen für den Christbaum in den Räumen im ersten Obergeschoss des Kreismuseums zu sehen. Die Exponate sind knapp 100 Jahre alt und stammen aus dem Besitz des Metallsammlers Horst Geldmacher aus Ratingen. Dazu werden sieben Einzelstücke aus Privatbesitz gezeigt, um die Schau abzurunden: zum Beispiel ein schlichter Block mit Loch für die Tanne aus Stürzelberg aus dem Jahr 1921 und ein um 1900 entstandenes "Christgärtlein", einen Baumständer mit Gartenzaun drumherum, in den eine Landschaft inklusive Schaf-Figuren platziert wurde. Beim Anblick ganz filigraner, zusammenklappbarer Steck-Vorrichtungen, erscheint trotz daneben hängender Gebrauchsanweisung der erfolgreiche Aufbau ungewisss.

"Die Ausstellung soll die Bandbreite und vor allem das Nebeneinander der unterschiedlichen Formensprachen präsentieren", erklärt Anna Karina Hahn. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kreismuseums hat die Schau konzipiert und die Stücke zusammengetragen. "Eine sehr schöne Ausstellung", betont Museumsleiterin Angelika Riemann, die sich freut, dass die Tradition der Weihnachtsausstellungen, die ihre Vorgängerin Helene Blum-Spicker 1987 begonnen hatte, ab heute bis Ende Januar 2012 ihre Fortsetzung findet: "Hier können die Besucher in Erinnerungen schwelgen und sich in ihre Kindheit zurückversetzt fühlen."

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Unter dem Motto "Pleiten, Pech und Tannen" haben bereits zwölf Einsender eine Geschichte rund um die Halterung des Tannenbaums eingereicht — die schönsten werden am 18. Dezember ab 14 Uhr vorgelesen. Noch können sich Geschichten-Erzähler, gern auch Kinder, bis 6. Dezember beteiligen (E-Mail an kreismuseum-zons@rhein-kreis-neuss.de senden).

Eins haben die historischen mit den modernen Christbaumständern übrigens gemeinsam: Die meisten von ihnen sind grün, wenn auch in Ausnahmefällen bunt angemalt, wie Anna Karina Hahn erklärt: "Sie sind nun mal ein Zweckgegenstand, der nicht zu sehr vom Tannenbaum ablenken soll."

(NGZ)
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