DHC Rheinland: Ratka erwartet eine Trotzreaktion

DHC Rheinland: Ratka erwartet eine Trotzreaktion

DHC Rheinland Der Trainer will an alter Wirkungsstätte "Kampf und ein gutes Spiel" sehen

Nein, sagt Richard Ratka, ein Spiel wie jedes andere sei die morgige Partie nicht. Das hat weniger damit zu tun, dass der DHC Rheinland um 17 Uhr bei GWD Minden gastiert, jenem Klub, bei dem Ratka ab Juli 2005 unter Vertrag stand, bevor ihm die Ostwestfalen im Februar 2010 den Stuhl vor die Tür setzten, unter seinem Nachfolger Ulf Schefvert aber trotzdem aus der Bundesliga abstiegen.

Das hat auch nichts damit zu tun, dass der Ex-Nationalspieler heute Geburtstag feiert — er wird 48 Jahre alt. Eher geht es darum, dass der 1. VfL Potsdam vor Wochenfrist seinem Trainer Rüdiger Bones ein ebenso passendes wie unerwartetes Geburtstagsgeschenk machen konnte, in Form eines 30:21-Sieges beim DHC Rheinland, der zweithöchsten Heimschlappe, die eine Dormagener Handballmannschaft je in der Zweiten Liga hinnehmen musste.

Diese Niederlage hat Spuren hinterlassen, auch bei Richard Ratka: "Das war ein einschneidendes Erlebnis", sagt der DHC-Trainer, "ich erwarte deshalb nicht bloß eine Reaktion, sie ist eigentlich schon Pflicht." Deshalb wurde in dieser Woche nicht nur viel trainiert am Höhenberg, es wurde auch viel miteinander gesprochen und viel Video geschaut. Weniger zum Studium des Gegners als zum Studium der eigenen Fehler. "Und davon gab es reichlich gegen Potsdam", sagt Ratka, "alles Kleinigkeiten, die sich dann zum großen Debakel summiert haben." Wobei er sich als eine der Fehlerquellen nicht ausschließen will: "Ich hätte früher und mehr wechseln müssen", sagt er selbstkritisch und will das morgen in der Kampa-Halle auch umsetzen.

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So vermessen, aus der "Trotzreaktion" gleich einen oder gar zwei mögliche Punkte abzuleiten, ist Ratka jedoch nicht: "Ich will ein gutes Spiel sehen und dass die Mannschaft kämpft. Wozu das ausreicht, hängt im Wesentlichen vom Gegner ab." Denn Minden hält er trotz der Tatsache, dass GWD bereits fünf Zähler, darunter vor Wochenfrist einen beim 25:25 in Erlangen, abgegeben hat, für das "mit Abstand stärkste Team der Liga. Die werden mit Sicherheit aufsteigen, wahrscheinlich als Meister", sagt Ratka.

Dass dem so ist, hat GWD der Tatsache zu verdanken, "dass kein Team individuell so stark besetzt ist", findet Ratka und denkt dabei nicht allein an Dalibor Doder, den Regisseur der schwedischen Nationalmannschaft, auf der Mittelposition. Freilich: "Wenn diese individuellen Stärken nicht zum Tragen kommen, kann man Minden schlagen", hat der DHC-Trainer erkannt, "das wollen wir versuchen."

Außer für Ratka wird die morgige Partie für noch einen Akteur eine besondere sein: Jens Vortmann hütete in den vergangenen beiden Spielzeiten das DHC-Gehäuse.

(NGZ)
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