Dormagen: Jugendheim steht zum Verkauf

Dormagen: Jugendheim steht zum Verkauf

Seit Oktober steht das Gohrer Jugendheim zum Verkauf im Internet. Erst wenn ein Käufer gefunden ist, kann mit den Umbauarbeiten am Pfarrhaus begonnen werden, das dann die Gruppen und Vereine wieder nutzen können.

"Ehemaliges Jugendzentrum, ideal für zwei Familien, ca. 243 Quadratmeter Wohnfläche, ca. 980 Quadratmeter Grundstück, sechs Zimmer, Kaufpreis 179 000 Euro" steht in der Anzeige der Immobilienmaklerin Helga Windeck.

Bis März hat sie Zeit, das Gebäude zu verkaufen. Und Helga Windeck ist optimistisch: "Bis jetzt waren schon zehn Interessenten da", sagt die Maklerin. Die einen wollen aus dem Jugendzentrum ein Zweifamilien-, die anderen ein Mehrgenerationenhaus machen. Doch konkrete Zusagen gibt es noch nicht.

Auf die warten mit Spannung und Ungeduld die Mitglieder des Kirchenvorstandes. Denn erst, wenn das Jugendheim verkauft ist, können Umbauarbeiten am alten Pfarrhaus mit seinem Anbau erfolgen. Zurzeit sind dort lediglich das Pfarrbüro und die Pfarrbücherei untergebracht, wobei die mangels Interesse nicht mehr geöffnet ist. "Die meisten Bücher wurden an Schule und Kindergarten verschenkt", sagt KV-Mitglied Hermann-Josef Glasmacher.

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Der Rest werde nach und nach auf Trödelmärkten angeboten. Außerdem befindet sich dort eine Wohnung, die vermietet ist und das auch bleiben soll. Die Pläne notwendig gemacht hatte das Projekt "Zukunft heute" des Kölner Erzbistums. Darin werden den Pfarrgemeinden unter anderem Flächenreduzierungen abverlangt, da langfristig die Kirchensteuereinnahmen rückläufig sein werden und dadurch nicht genügend Geld für den Unterhalt der Gebäude da sein wird.

"In den Räumen des Pfarrhauses können wir nach entsprechendem Umbau die reduzierten Flächenvorgaben erfüllen", erklärt Winfried Esser, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands. Ungefähr 130 Quadratmeter stünde der Pfarrgemeinde dort zur Verfügung. Konkrete Pläne gibt es zum Umbau noch nicht. Die dürfen erst gemacht werden, wenn das Jugendheim, dessen Verkaufsabsicht eine Bebauungs- und Flächennutzungsplan-Änderung vorausgegangen war (die NGZ berichtete), auch wirklich einen neuen Besitzer hat.

Doch der Kirchenvorstand hat natürlich Wünsche: Erdgeschoss mit (weiterhin) dem Pfarrbüro, Küche, einer behindertengerechten Toilette, Saal. Obergeschoss mit Archiv- und Gruppenraum. Aktuell wird das Jugendheim noch täglich vom Seniorenclub, der KG Turfgrafen, Jugend- und Kindergruppen, dem Seniorenklub und dem Tambourkorps kräftig genutzt. "Wenn es verkauft ist, wird unsere Gemeindearbeit darunter nicht leiden. Bis das Pfarrhaus fertig ist, haben wir genug Ausweichquartiere", so Glasmacher.

(NGZ/rl)
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