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Dormagen: Bayer baut Forschungszentrum

Dormagen : Bayer baut Forschungszentrum

Die Bayer-Plastiksparte MaterialScience baut im Chempark ein neues Forschungszentrum. Fünf Millionen Euro kostet das sogenannte Hydriertechnikum, in dem die Entwicklung von Weichschaumprodukten vorangetrieben wird.

Die TDI-Tüftler von Bayer MaterialScience bekommen bald ein neues Forschungszentrum. Gestern wurde im Chempark Dormagen der Grundstein für das so genannte Hydriertechnikum gelegt, das bereits im Herbst bezugsfertig sein soll. Damit wird die weltweite Verfahrensforschung Isocyanate von MaterialScience an einem Ort gebündelt. "17 Mitarbeiter werden hier arbeiten", erklärt Klaus Jaeger, Leiter des Standortverbunds NRW bei Bayer MaterialScience. Etwa fünf Millionen Euro soll der Bau kosten, der auf 1100 Quadratmetern Labor und Verwaltung Platz bietet. Das Hydriertechnikum verteilt sich auf zwei Stockwerke.

Die Labore des künftigen Technikums spielen eine wichtige Rolle im Geschäftsbereich der Polyurethane. Ihre Aufgabe: Das Erforschen und Optimieren von technischen Abläufen zur Produktion der Isocyanate MDI und TDI sowie zur Herstellung der benötigten Vorprodukte von Polyurethan-Weichschäumen. Mit diesen Weichschäumen werden insbesondere Matratzen und Autositze gepolstert, während mit Hartschäumen Gebäude oder Kühlschränke gedämmt werden. In der Gebäudedämmung sparen Polyurethane dabei bis zu siebzig Mal mehr Energie als für ihre Herstellung eingesetzt wird. "Die Arbeitsgruppen bestehen bereits – jedoch an unterschiedlichen Standorten", sagt Thorsten Dreier, Abteilungsleiter der Verfahrensforschung in der Isocyanat-Produktion. "Sie künftig zentriert in einem Gebäude zu haben, ist für uns ein großer Vorteil. Wir können dann unsere Abläufe zügiger koordinieren." So zieht das Anilinlabor aus Uerdingen nach Dormagen um. Mit unter dem neuen Dach: die TDA- und die TDI-Verfahrensforschung.

Peter Vanacker, Leiter der Geschäftseinheit Polyurethane bei Bayer MaterialScience ergänzt: "Das stärkt den Standort Dormagen und hilft, unsere weltweite Technologieführerschaft im Bereich der Isocyanate weiter auszubauen." Auch Klaus Jaeger spricht vom "Commitment", also einer starken Identifikation für den Standort Dormagen.

Eine Milliarde Euro hat das Unternehmen nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2000 in die drei Niederrheinwerke Dormagen, Uerdingen und Leverkusen investiert. Rund 30 Prozent der weltweiten Produktion ist dort verortet. Schon bald soll für 150 Millionen Euro die geplante TDI-Anlage gebaut werden, die noch von der Bezirksregierung Köln genehmigt werden muss. Als ein Vorteil wird auch die räumliche Nähe zwischen Hydriertechnikum und TDI-Anlage erachtet.

Für Klaus Jaeger ist das Forschungszentrum ein Beispiel dafür, "dass Flexibilität und Effizenz gelebt wird".

(NGZ)