Voerde : Umarmt von Mozart

Der Verein r(h)ein-kultur-welt lud zum Auftakt seiner neuen Veranstaltungsreihe unter dem Motto "Rheinbilder" ins Möllner Haus Wohnung zu einem Konzert der Extraklasse ein. Es spielte das Duisburger Mercator-Ensemble.

"a-b-b-a" heißt in der Literaturwissenschaft ein Reimschema, das als "umarmender Reim" bekannt ist. Dabei gleichen sich das Ende des ersten Verses eines Gedichtes oder einer Strophe und das Ende des vierten Verses. Als nicht ganz so akkurat, aber ähnlich bogenspannend erwies sich am Freitagabend der Konzertauftritt des Duisburger Mercator-Ensembles im Haus Wohnung in Möllen.

Kleine Nachtmusik zum Ausklang

Die vier Musiker Matthias Bruns (1. Violine), Nadine Sahebdel (2.Violine), Eva Maria Gambino (Viola) und Hanno Fellermann (Kontrabass) boten dem Publikum 90 klangvolle Minuten zwischen Franz Schubert, Joseph Lanner und Johann Strauß Sohn. "Umarmt" wurde das Konzert jedoch von Wolfgang Amadeus Mozart. Sein Quartett D-dur bildete den Auftakt des musikalischen Abends, seine kleine Nachtmusik geleitete ihn zu seinem Ende.

Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe "Rheinbilder" der "r(h)ein-kultur-welt" (rkw) hatten sich die Mitglieder des Mercator-Ensembles, bestehend aus Musikern der Duisburger Philharmoniker und des Gürzenich-Orchesters, nach Dinslaken aufgemacht. Das Programm spannte dabei einen weiten musikalischen Bogen und hatte mit beschwingt-lebendigen und nostalgisch-theatralischen Passagen viel Abwechslung zu bieten. Mal gab der Kontrabass das Tempo vor, führte die quirligen Violinen durch die flinken Melodien, dann wieder übernahmen die Violinen das Zepter, jagten sich gegenseitig und präsentierten besonders bei Mozarts 3. Mailänder Quartett schönste kammermusikalische Klänge.

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Besonders Matthias Bruns, seit 2004 Mitglied der Duisburger Philharmonie und seit 2005 Stimmführer der zweiten Violine, überzeugte mit Ausgelassenheit und beachtlicher Dynamik im Spiel. Der studierte Kammermusiker wurde in diesem Jahr sogar ins Bayreuther Festspielorchester berufen. Seine jüngeren Kolleginnen Nadine Sahebdel und Eva Maria Gambino mussten sich hinter ihm jedoch nicht verstecken, verhalfen doch auch sie dem Konzertabend zu einer runden Darbietung.

Nach der Pause, in der sich das Publikum im stimmungsvollen Ambiente des Haus Wohnung mit Wein, Sekt, Saft und Wasser versorgte und in kleinen Grüppchen vom ersten Konzertteil schwärmte, ging es weiter mit Joseph Lanners "Die Werber". Nach einem sanften Einstieg baute sich das Stück dank vieler Tempiwechsel immer weiter auf, flott und selbstbewusst steigerte sich der Walzer und wurde vom Publikum mit viel Applaus honoriert. Auch die Annen-Polka von Strauß, die dieser im Jahr 1852 der beliebten Kaiserin von Österreich, Maria Anna, widmete, erfreute die Zuhörer.

Viel Applaus

Zum Abschied gab es dann, wie angekündigt und thematisch passend, Wolfgang Amadeus Mozarts "Eine kleine Nachtmusik". Die 1787 in Wien entstandene viersätzige "Serenade für Streicher in G-Dur" ist eine der populärsten Kompositionen Mozarts. Und obgleich sie als "anspruchsvolle Kammermusik" konzipiert und bekannt ist, geleite sie das Publikum dennoch nach viel Applaus beschwingt und leichtfüßig in die sternenklare Nacht.

(RP)