Rheinberg: Gelungener Saisonauftakt mit Mozart

Rheinberg : Gelungener Saisonauftakt mit Mozart

Mehr als 100 Zuhörer lauschten den barocken Klängen des Mercator-Ensembles Duisburg & Friends in der Rheinberger Stadthalle. Die Musikalische Gesellschaft hatte eingeladen. Im Mittelpunkt standen die "Mannheimer Flötenquartette".

Mehr als 100 Zuhörer lauschten den barocken Klängen des Mercator-Ensembles Duisburg & Friends in der Rheinberger Stadthalle. Die Musikalische Gesellschaft hatte eingeladen. Im Mittelpunkt standen die "Mannheimer Flötenquartette".

Unter dem Motto "Ein Abend mit Wolfgang Amadeus Mozart" eröffnete die Musikalische Gesellschaft Rheinberg die Konzertsaison 2017/2018 mit ihrem ersten von insgesamt acht Konzerten in der Rheinberger Stadthalle. Mehr als 100 Zuhörer lauschten den barocken Klängen des Mercator-Ensemble Duisburg & Friends mit Alba Luna Sanz Juanes (Flöte), Matthias Bruns (Violine), Tomasz Neugebauer (Viola) und Florian Sebald (Violoncello).

Die im Jahre 2008 aus den Duisburger Philharmonikern hervorgegangenen Musiker sind mittlerweile ein Geheimtipp in der westdeutschen Kammmusik- und Kulturlandschaft. Die spanische Flötistin Alba Luna Sanz Juanes führte charmant durch das Programm und verglich die gespielten Tonarten mit Farben, die der sogenannten Synästhesie als Quelle künstlerischer Inspiration dienen oder als Idee, synästhetische Empfindungen im Zuhörer oder Zuschauer wecken.

Im Mittelpunkt des Abends standen Mozarts "Mannheimer Flötenquartette", die er während seines Aufenthaltes 1777/78 in der kurfürstlichen Residenz komponierte. Das "Quartett C-Dur KV 285 b" erstrahlte in leuchtendem Gelb und wurde von Flöte und Streichern in konzentrierter Form, besonders reizvoll im Sechzehntel-Motiv des "Allegros" prägnant dargestellt. Meisterlich wurde die Heiterkeit des Stückes durch Triolen gestaltet. Im fugierten Schluss bestach eine fließende Chromatik.

In dem "Duo für Violine und Viola G-Dur KV 423" überzeugten Matthias Bruns und Tomasz Neugebauer in einem mit technischen Finessen gespickten Werk voller Doppelgriffe und Lagenwechsel. Im Wettstreit der beiden Instrumente entfaltete sich ein wildes, anspruchsvolles Sonaten-Allegro mit ausführlicher Entwicklung. Die überaus zahlreichen Verzierungen in beiden Stimmen verliehen der ausdrucksstarken Melodie einen "sprechenden" Anschein. Im Rondo Allegro forderten gewagte Chromatik, Triolen und andere Figurationen höchst effektvoll die Virtuosität der beiden Solisten. "Grün" wurde es beim "Quartett A-Dur KV 298", das eine Variation über ein leicht sentimentales, französisches Thema, das von jedem Instrument aufgegriffen, mit feinem Kammermusiksatz begleitet wurde. Im abschließenden "D-Dur-Quartett KV 285" nutzte Mozart die Vorteile bei der Geläufigkeit der barocken Querflöte. Die hohen strahlenden Kantilenen und die dynamischen Schattierungen wusste die Flötistin besonders delikat in einem Licht- und Schattenspiel im h-Moll-Adagio über dem serenadenhaften Pizzicato zu interpretieren.

Das Ensemble musizierte beherzt, verständlich und mit viel Enthusiasmus. Eine solide Interpretation, die beim Hören Freude bereitete und mit viel Applaus belohnt wurde.

Am Sonntag, 15. Oktober, 19 Uhr, geht es in der Stadthalle mit dem zweiten Konzert der Spielzeit weiter. Dann gestaltet Benjamin Moser, 1981 in München geboren, einen Klavierabend mit Werken von Gershwin, Rachmaninow und Mussorgsky.

(RP)
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