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Hünxe: Pankok sichtbar machen

Hünxe : Pankok sichtbar machen

Das Otto-Pankok-Museum will sich neu positionieren. Stiftungsvorstand und Gesellschaft setzen auf finanzielle und strategische Hilfe der Regionale. Geplant ist unter anderem eine Malschule. Oase Haus Esselt soll wirken können.

Der erste Schritt ist getan: Die Projektidee mit dem Titel "Den Menschen sichtbar machen – nachhaltige Neupositionierung des Otto-Pankok-Museums" ist in die Qualifizierung des NRW-Strukturprogramms "Regionale 2016" aufgenommen worden. Stiftungsvorstand und Gesellschaft des Hünxer Museums hoffen auf finanzielle und strategische Hilfe bei der Neuausrichtung von Haus Esselt. Die Ideen, die das Otto-Pankok-Museum nachhaltig sichern sollen, haben den Regionale-Lenkungsrat so überzeugt, das es jetzt ein einstimmiges Votum für den Einstieg ins Verfahren (siehe Info) gab.

Die "Passion" und über 1000 Briefe

"Wir freuen uns sehr darüber", sagt Wolfgang Matenaers vom Stiftungsvorstand. "Der ausdrückliche Wunsch von Eva Pankok, noch mitzuerleben, wie die Wirkungsstätte ihres Vaters zu neuem Leben erwacht, scheint realisierbar." Bislang habe sich die Pankok-Stiftung, die 1978 nach dem Tod des Künstlers von Frau und Tochter gegründet wurde, um dessen Lebenswerk und Haus Esselt zu erhalten, in einer "Warteposition" befunden.

"Über die Regionale wollen wir Kontakte zu Verbänden knüpfen und das Know-how nutzen", erklärt Wolfgang Matenaers. Eine mögliche Finanzspritze soll zum Aufbau des neuen Konzepts genutzt werden, welches künftig durch ehrenamtliches Engagement getragen werden soll. Das sind die Ideen:

Schüler sind im Hünxer Museum nichts Neues. Hier werden sie mit den Werken Pankoks vertraut gemacht und zum Zeichnen mit Kohle angeleitet. "Die Nachfrage der Klassen ist groß", berichtet Matenaers. Als Reaktion darauf möchte Stiftungsvorstandskollegin und Schulleiterin Annette Burger, die im Herbst in Ruhestand geht, die Arbeit mit Schülern im Museum ausweiten. "Zudem ist eine Malschule geplant, die auch Besuchern von außerhalb zur Verfügung stehen könnte."

Die Spuren von Otto Pankok sichtbar machen, den Menschen in der Natur rund um Haus Esselt begreifen, so wie es der Künstler in seinen Werken getan hat, dies seien die Ziele. Matenaers: "Der Mensch als Bestandteil der Natur – nicht umsonst hat sich Pankok die Oase an der Issel als Schaffens- und Lebensort ausgesucht."

Und so soll auch die untere Etage des Hauses für Besucher zugänglich gemacht werden. "Im Rad- und Wandernetz kann aufs Museum aufmerksam gemacht werden. Schließlich liegt es an der Schnittstelle zwischen Niederrhein und Münsterland", weiß Matenaers. Einen Tourismus-Strom soll es aber, so der Wunsch der 85 Jahre alten Eva Pankok, nicht geben. "Es soll ein ruhiger Platz bleiben."

Auch Schätze des künstlerischen Werkes wie die "Passion", der bedeutsamste und bekannteste Zyklus des Pankokschen Werkes (60 Episoden aus dem Leben Christi), sollen in Hünxe ausgestellt werden. Und über 1000 Briefe – adressiert unter anderem an Else Lasker-Schüler – sollen sichtbar werden.

(RP)