Dinslaken: Kirche sammelt alte Handys

Dinslaken: Kirche sammelt alte Handys

Über 600 ausrangierte Smartphones und Mobiltelefone wurden abgegeben. Noch funktionsfähige Geräte werden nun repariert.

"Mit dieser überwältigenden Resonanz hatten wir nicht gerechnet", sagt Ruth Levin vom Evangelischen Kirchenkreis Dinslaken. "Unsere Sammelaktion für gebrauchte Handys lief drei Monate und in dieser Zeit sind über 600 ausrangierte Smartphones und Handys abgegeben worden. Die Menschen in Dinslaken und Umgebung haben sehr engagiert mitgemacht."

Wie viele Geräte durch die Sammelaktion tatsächlich wieder aufbereitet oder recycelt werden konnten, zeigt der Entsorgungsnachweis des Telekom-Sammelcenters, der die eingegangenen Geräte auflistet und dokumentiert.

Noch funktionsfähige Geräte werden einer professionellen Datenlöschung unterzogen, es werden gegebenenfalls kleine Schönheitsreparaturen vorgenommen und schließlich können die Geräte wieder verkauft werden. Defekte oder sehr alte Geräte werden geschreddert und einer Rohstoff-Rückgewinnung zugeführt. Denn aus jedem Smartphone können im Durchschnitt 150 Milligramm Silber, 25 Milligramm Gold und neun Gramm Kupfer sowie kleine Mengen von Palladium und Platin wiedergewonnen werden.

Und das sind nur die wichtigsten der etwa 60 unterschiedlichen, zum Teil sehr seltenen und kostbaren Materialien, die in einem solchen Hightech-Gerät verbaut sind. "Und das Gute ist", so Ruth Levin weiter, "dass mit der Sammelaktion zusätzlich Menschenrechtsprojekte von Brot für die Welt oder der Vereinigten Evangelischen Mission unterstützt werden.

Dabei geht es zum Beispiel um Unterstützung verarmter Minenarbeiter in Südafrika, die die wertvollen Rohstoffe abbauen, oder um Landraubopfer auf den Philippinen, die für den Abbau der seltenen Rohstoffe von ihrem Land vertrieben werden."

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Diesen und ähnlichen Projekten aus den Bereichen Umwelt, Bildung und Gesundheit kommt der Erlös aus den Handysammelaktionen zugute.

Auch wenn die Sammelaktion des Evangelischen Kirchenkreises Dinslaken jetzt beendet ist, heißt das nicht, dass ausrangierte Mobiltelefone jetzt wieder in den Schubladen zu Hause verschwinden müssen.

Unter der Internetadresse www.handysammelcenter.de sind Möglichkeiten zur Rückgabe oder kostenfreien Rücksendung alter Handys zu finden, damit auch weiterhin die kostbaren Rohstoffe erneut genutzt werden können.

Dort finden Interessierte auch verschiedene Informationen, wie man selbst im eigenen Betrieb oder in der Gemeinde eine Sammelaktion starten kann.

(RP)