Jagd in NRW: Wildschweine und Waschbären im Visier der Jäger

Wildschweine und Waschbären: Jäger in NRW erlegen mehr Tiere

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Weil ihre Population immer stärker wächst, erschießen Jäger in NRW zunehmend Waschbären und Wildschweine. Beide haben zu wenig natürliche Feinde in den Wäldern des Landes. Hasen oder Fasane werden hingegen immer seltener gejagt.

Wildschweine und Waschbären haben sich im vergangenen Jahr in NRW stark vermehrt, sie sind deshalb auch entsprechend intensiv bejagt worden. Nach Angaben des NRW-Umweltministeriums haben Jäger im Jagdjahr 2016/2017 rund 39.000 Wildschweine erlegt. Das waren 4500 mehr als im Vorjahr. 12.800 Waschbären wurden geschossen. Die Zahl stieg um rund knapp 3500 Tiere.

Der Landesjagdverband sieht die beiden Tierarten als besonders problematisch an: Wildschweine könnten sich wegen der immer milderen Winter mehrfach reproduzieren und ihren Nachwuchs durchbringen. Zudem fänden sie in den Eichen- und Buchenwäldern ein reiches Nahrungsangebot. Waschbären hätten nur wenige Konkurrenten und Fressfeinde, erklärte Sprecher Andreas Schneider. Ihre Ausbreitung in Deutschland sei nur schwer zu stoppen.

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Rückläufig sind die Jagdzahlen demnach bei Kaninchen, Feldhasen, Fasanen und Ringeltauben. Bei den Hasen wurden 47.000 Stück zur Strecke gebracht, 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Viele Jäger hätten auf Hasenjagden verzichtet, weil der Zuwachs der Tierart nicht ausgeprägt war, so der Verband. Zudem seien Hasen vom Fuchs bedroht.

Fasanen und Ringeltauben rückten Jäger weniger zu Leibe, weil ihre Bestände ohnehin durch Insektensterben und fehlende Rückzugsräume gefährdet seien. Kaninchen seien durch Seuchen dezimiert worden.

(lnw)