1. NRW
  2. Panorama

Bad Oeynhausen: Verdacht der Freiheitsberaubung von Behinderten

Einrichtung in Bad Oeynhausen : Verdacht der Freiheitsberaubung von Behinderten

In Bad Oeynhausen ermitteln die Behörden mittlerweile gegen mehrere Beschuldigte: Es besteht der Verdacht der Freiheitsberaubung von Bewohnern einer Behinderteneinrichtung und Körperverletzung.

Das sagte ein Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft am Samstag, ohne weitere Details zu nennen. Wie die Polizei Minden-Lübbecke erklärte, geht es auch um den Vorwurf der Körperverletzung.

In dem Verfahren ist das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium eingeschaltet. Dort sei eine Projektgruppe eingerichtet worden, die den Vorwürfen gegen Mitarbeiter der Einrichtung nachgehen soll, erklärte das Ministerium. Zuvor hatte das „Westfalen-Blatt“ berichtet.

Im Oktober 2019 hatten Ermittler in einer mehrstündigen Aktion in der Einrichtung Hinweise auf illegale Fixierungen von Bewohnern gesucht und dabei Daten und Dokumente sichergestellt. Hintergrund waren Ermittlungen gegen einen Bereichsleiter der Einrichtung der Diakonischen Stiftung Wittekindshof wegen des Anfangsverdachts der Freiheitsberaubung. Die Behörden gingen damals von einem längeren Verfahren aus, die Polizei richtete eine Ermittlungskommission ein.

Das Gesundheitsministerium wurde nach eigenen Angaben im Juli 2020 informiert, dass die Ermittlungen auf weitere Mitarbeiter ausgedehnt worden seien. Daraufhin seien alle Bezirksregierungen angewiesen worden, „sämtliche Einrichtungen der Diakonischen Stiftung Wittekindshof (DSW) zu prüfen“.

  • Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als
    Bushido-Prozess geht weiter : Bruder von Berliner Clanchef aus U-Haft entlassen
  • Ein Angehöriger eines Heimbewohners lässt sich
    Tausende Besucher in Duisburger Heimen : „Da waren Leute dabei, die hatten wir vor Weihnachten noch nie gesehen“
  • Wann das Corona-Impfzentrum am TaM offiziell
    Corona-Krise in Duisburg : Was beim Impfen klappt – und was nicht

Im Dezember 2020 habe das Ministerium dann weitere Ermittlungsergebnisse erhalten. „Dabei wurde bekannt, dass es nicht nur um freiheitsentziehende Maßnahmen geht, die nicht vollumfänglich durch richterliche Genehmigung oder entsprechende Einwilligung gedeckt sind. Vielmehr wurden weitere Ermittlungsergebnisse vorgestellt, die vermuten lassen, dass es zu einer Reihe von schwerwiegenden Übergriffen gekommen ist“, erklärte das Ministerium.

Die Einrichtung war am Samstag zunächst nicht zu erreichen. „Wenn Maßnahmen ergriffen wurden, die vielleicht strafbar gewesen sind, wollen und werden wir das schonungslos aufklären“, sagte der Vorstand der Diakonischen Stiftung Wittekindshof, Dierk Starnitzke, dem „Westfalen-Blatt“. Die Stiftung hatte den Behörden bereits im Oktober 2019 Unterstützung zugesagt. „Wir sind an einer vorbehaltlosen Aufklärung im hohen Maße interessiert“, hieß es damals.

Laut Ministerium wurde die Einrichtung mittlerweile personell aufgestockt. Nach dem „Mehraugenprinzip“ sei nun ein Team aus vier Personen zuständig. Zu den Vorwürfen machten die Behörden zunächst keine weiteren Angaben.

(top/dpa)