Studie zu Schlafdefizit: Eltern kleiner Kinder schlafen sechs Jahre lang zu wenig

Studie zu Schlafdefizit : Eltern kleiner Kinder schlafen sechs Jahre lang zu wenig

Nach der Geburt des ersten Kindes schlafen Mütter und Väter bis zu sechs Jahre weniger und schlechter als vor der Schwangerschaft. Vor allem die ersten drei Monate nach der Geburt bergen massiv gestörte Nachtruhen.

Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten Studie hervor. Die Untersuchung auf Basis der Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin haben Forschende des DIW Berlin gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Großbritannien und den USA erstellt.

Um herauszufinden, wie die Geburt von Kindern den Schlaf der Eltern beeinflusst, werteten die Forscher die Angaben von 2.541 Müttern und 2.118 Vätern unter den SOEP-Befragten aus, die zwischen 2008 und 2015 jährlich befragt worden waren. Unter anderem hatten diese Angaben über ihre Schlafdauer und -zufriedenheit gemacht.

Das Ergebnis der SOEP-Analysen zeigt: In den ersten drei Monaten nach der Geburt geht die Schlafdauer von Eltern rapide zurück. Die Mütter schlafen danach im Durchschnitt eine Stunde weniger als vor der Schwangerschaft, während der Schlaf der Väter um etwa 15 Minuten kürzer ist. Wenn die Kinder in einem Alter zwischen vier und sechs Jahren sind, schlafen die Mütter im Durchschnitt laut Studie immer noch etwa 20 Minuten und die Väter etwa 15 Minuten weniger als zuvor. Diese Entwicklung spiegele sich auch in den Angaben, die die Befragten zu ihrer Schlafzufriedenheit machten.

Insgesamt betrachtet sind Eltern laut Studie nach der Geburt des ersten Kindes stärker von Schlafdefiziten betroffen als Mütter und Väter, die bereits Kinder haben. Weiterhin fehlt Frauen, die ihre Kinder stillen, mehr Schlaf als Frauen, die ihren Kindern die Flasche geben.

(felt/kna)
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