WHO erklärt Impfgegner und Grippe zu globalen Bedrohungen

Immer mehr Infektionen : Impfgegner und Grippe von WHO zu weltweiter Gefahr erklärt

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine Liste der zehn größten globalen Bedrohungen herausgegeben. Darauf stehen auch Impfgegner und die Gefahr einer weltweiten Grippeepidemie.

Fieberschübe, Hautausschlag und ein aufgedunsenes Gesicht - das sind die typischen Symptome von Masern. Einer Kinderkrankheit, an der eigentlich niemand mehr erkranken müsste - und doch steigen die Zahlen wieder. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) um weltweit 30 Prozent. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) traten 2018 deutschlandweit 929 Masernfälle auf, 209 davon in NRW auf. Der Zielwert sei jedoch ein Masernfall pro eine Millionen Einwohner - also 82 Fälle in einem Jahr in ganz Deutschland. Dass dem nicht so ist - da sind sich RKI und WHO einig - liegt an Impflücken bei Kleinkindern und bei jungen Erwachsenen. Deshalb hat die WHO Impfgegner nun zu den zehn größten globalen Bedrohung erklärt. Weltweit könnten 1,5 Millionen Todesfälle verhindert werden, wenn die Impfbereitschaft verbessert würde, heißt es in dem am Sonntag in Genf veröffentlichten WHO-Bericht. Darin präsentiert die Organisation einen Fünf-Jahres-Plan zur Steigerung der Weltgesundheit. Impfungen seien eine der kostenwirksamsten Methoden, um Krankheiten zu vermeiden, heißt es in dem Bericht. Durch sie würden jedes Jahr zwei bis drei Millionen Todesfälle verhindert. Je weniger Menschen jedoch geimpft seien, umso leichter breiteten sich Krankheiten aus, die eigentlich ausgerottet werden könnten.

WHO geht von erneuter Grippe-Epidemie aus

„Die Welt wird wieder eine Influenza-Pandemie erleben - das einzige, das wir noch nicht wissen, ist wann“, schreiben die Experten in dem WHO-Bericht. Aus diesem Grund gehört die Influenza, auch die die Liste der zehn größten Bedrohungen weltweit. Laut WHO, sei der weltweite Gesundheitsschutz nur so gut, wie die Notfallvorsorge und Kommunikationssysteme in jedem Land. Aus diesem Grund werden die Entwicklungen der Grippe von einer internationalen Arbeitsgruppe der WHO beobachtet. Laut Robert-Koch-Institut steht die Grippewelle in Deutschland für den Winter 2018/2019 jetzt bevor.

Antibiotika gehen aus

Lungenentzündungen gehören zu den häufigsten schweren Erkrankungen der Atemwege. Dass sie auch bei Senioren nicht mehr tödlich verlaufen müssen, liegt daran, dass die Bakterien durch Antibiotika schnell bekämpft werden können - noch. Denn „die Zeit mit diesen Medikamenten läuft ab“, heißt es in dem Bericht. Immer mehr Bakterien, Viren, Mikroben aber auch spezielle Erreger, wie etwa der für Malaria und Tuberkulose entwickeln Resistenzen gegen Medikamente. „Damit droht uns ein Rücksturz in die Zeit, als Erkrankungen wie Lungenentzündung, Tuberkulose, Gonorrhö oder Salmonellen nicht zu behandeln waren.“ Was passiert, wenn Antibiotika versagen, lesen Sie hier.

Das würde auch Operationen und Behandlungen wie Chemotherapie schwer beeinträchtigen. Ursprung dafür sieht die WHO darin, dass zu viele dieser Mittel verschrieben werden, aber auch in der industriellen Tierzucht für Lebensmittel. Ein globaler Handlungsplan sei nötig, um dieser Bedrohung entgegentreten zu können.

Für 70 Prozent aller Todesfälle oder 41 Millionen Tote pro Jahr weltweit seien zudem chronische Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herzerkrankungen verantwortlich. Neun von zehn Menschen weltweit atmen laut WHO Tag für Tag verschmutzte Luft ein. Sieben Millionen Menschen weltweit stürben vorzeitig an den Folgen wie Krebs oder Herz-Lungen-Krankheiten. Entsprechend stuft die UN-Organisation auch Ebola, Übergewicht, ungenügende Gesundheitssysteme oder chronische Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herzerkrankungen sowie Luftverschmutzung und Klimawandel als Gesundheitsrisiken ein.

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