Valerie Weber

Schon vor ihrer Wahl als neue Hörfunkdirektorin beim WDR blies Valerie Weber der Gegenwind ins Gesicht. Unter anderem hatten 150 ihrer künftigen 500 Mitarbeiter einen Protestbrief an Intendant Tom Buhrow unterschrieben, in dem Webers Kompetenz angezweifelt wurde. Denn die 49-Jährige ist vom Privatradio gekommen, war zuvor Geschäftsführerin von Antenne Bayern. Die Vorbehalte im Haus ihr gegenüber habe sie dennoch nie persönlich genommen. "Die Kritik muss man als Energie sehen, die im Haus herrscht", sagt die Münchnerin. "Gegenwind hat auch etwas sehr Erfrischendes – für beide Seiten", betont sie. "Wenn zwei Winde in Bodennähe aufeinandertreffen, gibt es eine ungeheure Thermik und vielleicht einen großartigen Aufwind für den WDR."

Schon vor ihrer Wahl als neue Hörfunkdirektorin beim WDR blies Valerie Weber der Gegenwind ins Gesicht. Unter anderem hatten 150 ihrer künftigen 500 Mitarbeiter einen Protestbrief an Intendant Tom Buhrow unterschrieben, in dem Webers Kompetenz angezweifelt wurde. Denn die 49-Jährige ist vom Privatradio gekommen, war zuvor Geschäftsführerin von Antenne Bayern. Die Vorbehalte im Haus ihr gegenüber habe sie dennoch nie persönlich genommen. "Die Kritik muss man als Energie sehen, die im Haus herrscht", sagt die Münchnerin. "Gegenwind hat auch etwas sehr Erfrischendes — für beide Seiten", betont sie. "Wenn zwei Winde in Bodennähe aufeinandertreffen, gibt es eine ungeheure Thermik und vielleicht einen großartigen Aufwind für den WDR."

Nach rund zehn Monaten in der größten deutschen Radioanstalt mit sechs ganz unterschiedlichen Programmen haben sich die Turbulenzen verringert. "Ich habe viel über mich erzählt und was ich zu bestimmten Sachen denke", sagt Weber, eine leidenschaftliche Radiomacherin. Sie stehe in erster Linie für die Vermittlung von Inhalten — und nicht für den "Dudelfunk", den ihr die Kritiker immer unterstellen. "Ich sehe mich als Fachfrau dafür, wie ich auch anspruchsvolle Themen zum Hörer transportiere." Sie sei eine Kommunikationsexpertin und Grenzgängerin. "Nicht alles, was die privaten Radios machen, ist schlecht", betont sie. Die meisten von ihnen müssten mit wenig Geld intensiver darüber nachdenken, wie sie ihre Hörer erreichen. Auch der WDR muss sparen. "Man kann Fehler machen, indem man die Kreativität aus einem Unternehmen herausspart", sagt sie. Sparen sei ein dynamischer Prozess und erfordere neues Denken. "Wir müssen uns fragen, ob etwas elementar wichtig ist für den Hörer oder für uns — zum Beispiel, weil wir das immer so gemacht haben."

Den Kölner Dom hat Valerie Weber von ihrem Büro immer fest im Blick. Eine Wohnung hat sie im Belgischen Viertel gefunden, sie ist "direkt in den Rummel reingezogen", weil sie sich schnell einfinden wollte. Mit Mischlingshund Joschi würde sie auch gerne öfters morgens um 6 Uhr joggen gehen — "er will aber nicht". Mit Joschi hat die Kommunikationsexpertin wohl noch Gesprächsbedarf.

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